
Wie lange sind Gutscheine gültig?
In Deutschland gilt ein gekaufter Gutschein drei Jahre, gerechnet ab dem Ende des Kaufjahres. Hier steht, wann ein Ablaufdatum erlaubt ist und was in Österreich und der Schweiz gilt.
Von Jakob, Online-Marketing-Experteaktualisiert am
Kurz gesagt
Die einfache Lösung für Deutschland: Schreib auf jeden Gutschein, den du 2026 verkaufst, „Gültig bis 31.12.2029“. Dann bist du auf der sicheren Seite und musst nichts weiter beachten.
| Land | Ohne Datum gültig | Darfst du kürzen? |
|---|---|---|
| Deutschland | 3 Jahre ab Ende des Kaufjahres | Bei gekauften Gutscheinen besser nicht. Ein Jahr zum Beispiel hält nicht. |
| Österreich | 30 Jahre | Nur mit Rückgaberecht: ein Jahr gültig, danach noch drei Jahre Umtausch oder Geld zurück. |
| Schweiz | 10 Jahre | Ja, wenn die Frist klar auf dem Gutschein steht. |
Das ist keine Rechtsberatung. Gibt es Streit mit einem Kunden, helfen dir deine Kammer oder ein Anwalt.
Deutschland: drei Jahre ab Jahresende
Ein gekaufter Gutschein ist ein Versprechen: Der Kunde hat schon bezahlt, die Ware oder Leistung bekommt er später. Dafür gilt die normale Frist von drei Jahren. Sie beginnt nicht am Kauftag, sondern erst am Ende des Jahres, in dem der Gutschein gekauft wurde.
Kaufjahr feststellen
Ein Gutschein wird am 15. Dezember 2026 gekauft. Das Kaufjahr ist 2026.
Bis zum Jahresende weiterzählen
Die drei Jahre beginnen erst am 31. Dezember 2026 um Mitternacht.
Drei Jahre dazurechnen
Der Gutschein kann bis zum 31. Dezember 2029 eingelöst werden. Ein Gutschein vom 2. Januar 2027 gilt dagegen bis Ende 2030.

Nach Ablauf der drei Jahre darfst du die Einlösung ablehnen, du musst aber nicht. Viele Betriebe lösen alte Gutscheine trotzdem ein, weil der Kunde wiederkommt und zufrieden geht.
Darf ein Gutschein ein Ablaufdatum haben?
Ja, aber nicht beliebig kurz. Ein Ablaufdatum, das du selbst auf den Gutschein druckst, darf den Kunden nicht unfair benachteiligen. Ein gekaufter Gutschein mit nur einem Jahr Gültigkeit zum Beispiel hält nicht. So entscheidest du:
- Gekaufter Wertgutschein über einen Betrag: Am sichersten ist keine eigene Frist oder eine, die nicht kürzer ist als die üblichen drei Jahre.
- Gutschein für einen festen Termin, etwa ein Konzert, ein Menü an Silvester oder einen Kurs: Hier darf er an das Datum gebunden sein.
- Geschenkter Aktionsgutschein, für den der Kunde nichts bezahlt hat, etwa „10 Euro Rabatt bis Ende Januar“: Die Frist darfst du frei wählen.
- Gutschein für eine bestimmte Leistung, etwa einen Haarschnitt: Gib ihm auch die drei Jahre. Steigen deine Preise, gilt er trotzdem für genau diese Leistung, also schreib sie genau drauf.
Ist eine Frist zu kurz, gilt sie nicht, und es bleibt bei den drei Jahren. Eine kurze Frist bringt dir also nichts außer Diskussionen an der Kasse.
Für Betriebe: das gehört auf deinen Gutschein
Ein klar beschrifteter Gutschein spart dir später Diskussionen an der Kasse. Diese Angaben haben sich bewährt:

- Wert in Euro oder Franken oder die genaue Leistung, zum Beispiel „Damenhaarschnitt mit Föhnen“, am besten mit dem aktuellen Preis.
- Ausstellungsdatum und eine fortlaufende Nummer, damit du jeden Gutschein im Kassenbuch wiederfindest.
- Gültigkeit als konkretes Datum, etwa „Gültig bis 31.12.2029“ bei einem Kauf im Jahr 2026. So muss niemand rechnen.
- Hinweise: „Keine Barauszahlung. Restbeträge bleiben als Guthaben erhalten.“
- Name und Adresse deines Betriebs, damit der Beschenkte weiß, wo er den Gutschein einlöst.
Notiere jeden verkauften Gutschein mit Nummer, Datum und Betrag. Für deine Buchhaltung ist wichtig, ob es ein Wertgutschein oder ein Gutschein für eine bestimmte Leistung ist, weil die Umsatzsteuer unterschiedlich behandelt wird. Frag dazu deine Steuerberatung.
Bargeld, Restbetrag und Weitergeben
- Auszahlen: Einen gültigen Gutschein musst du nicht bar auszahlen. Du kannst es tun, wenn du willst.
- Restbetrag: Wird nur ein Teil eingelöst, muss der Rest nicht ausgezahlt werden. Er bleibt aber gültig. Vermerke ihn auf dem Gutschein oder stelle einen neuen über den Rest aus.
- Weitergeben: Ein Gutschein ohne Namen darf verschenkt und weitergegeben werden. Wer ihn vorlegt, darf ihn einlösen.
- Betrieb verkauft: Offene Gutscheine bleiben gültig. Leg im Vertrag fest, wer sie einlöst. Deine Gutscheinliste zeigt, wie viele es sind.
Österreich und die Schweiz
In Österreich gilt ein Gutschein ohne Datum 30 Jahre lang. Ein Datum, nach dem ein gekaufter Gutschein nach ein, zwei oder drei Jahren einfach verfällt, hält nicht. Was geht: Der Gutschein gilt ein Jahr, und danach kann der Kunde ihn noch drei Jahre lang umtauschen oder sich das Geld zurückholen. Schreib beides auf den Gutschein. So beschreibt es auch die Wirtschaftskammer Österreich.
In der Schweiz gilt ein Gutschein ohne Datum zehn Jahre. Anders als in Deutschland darfst du dort eine kürzere Frist festlegen, auch ein Jahr, wenn sie klar und gut sichtbar auf dem Gutschein steht.
Gutscheine im Weihnachtsgeschäft verkaufen
Gutscheine bringen dir im Dezember Umsatz, der oft erst im neuen Jahr Arbeit macht. Viele Kunden denken aber erst daran, wenn sie es sehen: auf dem Tresen, im Schaufenster oder in einem Beitrag kurz vor dem Fest.
- Leg die Gutscheine sichtbar an die Kasse, mit einem kleinen Schild mit Preisbeispielen.
- Zeig sie ab Ende November auf Instagram, Facebook und in deinem Google-Profil, und noch einmal in der Woche vor Weihnachten für die Last-Minute-Käufer.
- Biete feste Beträge und eine beliebte Leistung als Gutschein an, das macht die Entscheidung leichter.

Häufige Fragen
Wie lange ist ein Gutschein in Deutschland gültig?
Ohne eigene Frist drei Jahre, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem er gekauft wurde. Ein Gutschein aus dem Jahr 2026 kann also bis zum 31. Dezember 2029 eingelöst werden.
Ein Kunde kommt mit einem abgelaufenen Gutschein. Muss ich ihn einlösen?
War das aufgedruckte Datum kürzer als drei Jahre ab Ende des Kaufjahres, ja: Die kurze Frist gilt dann meist nicht. Sind die drei Jahre um, darfst du ablehnen. Viele Betriebe lösen trotzdem ein, weil der Kunde dann gern wiederkommt.
Darf ich als Betrieb ein Ablaufdatum auf den Gutschein schreiben?
Bei gekauften Gutscheinen solltest du die drei Jahre nicht unterschreiten. Kürzere Fristen sind vor allem bei Gutscheinen für einen festen Termin und bei geschenkten Aktionsgutscheinen in Ordnung. Am einfachsten ist ein konkretes Datum, etwa „Gültig bis 31.12.2029“.
Muss ich einen Gutschein bar auszahlen?
Nein, auch nicht für Restbeträge. Der Rest bleibt aber als Guthaben gültig.
Wie lange gilt ein Gutschein in Österreich?
Ohne Datum 30 Jahre. Eine kürzere Frist hält nur, wenn der Kunde den Gutschein danach noch drei Jahre umtauschen oder sich das Geld zurückholen kann, etwa ein Jahr gültig plus drei Jahre Rückgabe.
Wie lange gilt ein Gutschein in der Schweiz?
Ohne Datum zehn Jahre. Du darfst aber eine kürzere Frist festlegen, wenn sie klar auf dem Gutschein steht.

