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Illustration: Sprechblase mit Sternen, ein Radiergummi und eine kleine Meldefahne

Google-Bewertung löschen lassen: Was als Betrieb wirklich geht

Selbst löschen kannst du eine fremde Google-Bewertung nicht. Melden aber schon, und gefälschte, beleidigende oder unwahre Bewertungen entfernt Google oft.

Von Jessica, Social-Media-Expertinaktualisiert am

Die kurze Antwort

Welcher Weg passt, hängt davon ab, was in der Bewertung steht. Such deinen Fall in der Tabelle:

Die Bewertung ist …Dein WegChance
gefälscht, Spam oder von einem Mitbewerberbei Google meldengut
beleidigend, vulgär oder mit privaten Datenbei Google meldengut
von jemandem, der nie bei dir Kunde warrechtliche Beschwerde bei Googlegut, wenn du schreibst, dass er nie bei dir war
mit falschen Tatsachen („Wir haben 2 Stunden gewartet“, obwohl es nicht stimmt)rechtliche Beschwerde, notfalls Anwaltmittel
einfach negativ, aber eine echte Meinung („Haarschnitt hat mir nicht gefallen“)sachlich antwortengering, Meinungen sind erlaubt

Eine Bewertung ausblenden oder die Bewertungen in deinem Google-Unternehmensprofil abschalten geht nicht. Löschen kann nur der Verfasser selbst oder Google.

Wann Google eine Bewertung entfernt

Google prüft jede Meldung gegen seine eigenen Regeln für Bewertungen. Diese Inhalte sind dort verboten, die Begriffe stehen so auch im Meldeformular:

  • Gefälschte und irreführende Inhalte und Rezensionen, zum Beispiel Bewertungen von Mitbewerbern, gekaufte Bewertungen oder mehrere Bewertungen derselben Person
  • Manipulation von Bewertungen und Falschdarstellung, etwa wenn jemand verschweigt, dass er für die Konkurrenz arbeitet
  • Belästigung, Hassrede und anstößige Inhalte
  • Personenbezogene Daten, zum Beispiel der volle Name oder die Handynummer einer Mitarbeiterin
  • Obszönitäten und vulgäre Sprache
  • Nicht themenbezogene Inhalte, also Texte, die nichts mit einem Besuch bei dir zu tun haben, etwa politische Parolen
Tipp

Eine harte, aber ehrliche Kritik verstößt gegen keine dieser Regeln. Melde nur, was wirklich einen der Punkte trifft. Sonst lehnt Google ab, und du verlierst Zeit.

So meldest du eine Bewertung bei Google

  1. Bewertung im Profil finden

    Öffne dein Google-Unternehmensprofil, wähle „Rezensionen lesen“ und such die Bewertung.

  2. Melden wählen

    Tippe neben der Bewertung auf „Melden“ und wähle den Grund, der am besten passt, zum Beispiel „Spam“ oder „Vulgäre Sprache“. Dann „Bericht senden“.

  3. Nach ein paar Tagen den Stand prüfen

    Ob Google noch prüft oder schon entschieden hat, siehst du im Tool zum Verwalten von Rezensionen. Den Link dazu findest du in der Google-Hilfe unter „Ungeeignete Rezensionen melden“.

  4. Bei Ablehnung Einspruch einlegen

    Lehnt Google ab, kannst du im selben Tool einmal pro Bewertung Einspruch einlegen. Die Antwort kommt per E-Mail.

Infografik: Bewertung bei Google melden. 1. Bewertung finden, 2. Melden, 3. Status prüfen, 4. Einspruch.

Die Prüfung dauert laut Google mehrere Tage, genauer wird Google nicht. Melde jede Bewertung nur einmal, mehrfaches Melden beschleunigt nichts.

Wenn die Bewertung unwahr ist oder gar kein Kunde schreibt

Manche Bewertungen verstoßen nicht gegen Googles Regeln, sind aber trotzdem nicht erlaubt. Dafür hat Google ein eigenes Formular: „Inhalte aus rechtlichen Gründen melden“. Für Google Maps wählst du dort den Grund „Diffamierung“, gemeint sind unwahre oder ehrverletzende Aussagen. Melde die Bewertung vorher auf dem normalen Weg, darum bittet Google.

Der stärkste Hebel in Deutschland: Du schreibst Google, dass der Verfasser nie bei dir Kunde war. Mehr Begründung brauchst du nicht. Google muss dann beim Verfasser nachfragen. Kann er keinen Besuch, Termin oder Kauf belegen, muss die Bewertung meist weg.

Foto: Hand auf einem offenen Terminkalender am Empfang eines Kosmetikstudios, daneben Kassenbelege
Terminbuch und Belege aus dem Zeitraum zeigen schnell, ob der Verfasser wirklich bei dir war.
  • Falsche Tatsachen musst du nicht hinnehmen. „Das Essen war kalt“ ist eine Meinung, „Die Küche hatte Schimmel“ eine Behauptung, die sich prüfen lässt. Stimmt sie nicht, kannst du die Löschung verlangen.
  • Meinungen sind erlaubt, auch wenn sie unfair wirken. Erst wenn eine Bewertung dich nur noch herabsetzen will, ohne Bezug zu deinem Angebot, kannst du dagegen vorgehen.
  • Halte alles fest: Screenshot mit Datum, Name des Verfassers, deine Termine oder Belege aus dem Zeitraum.
LandWas du angreifen kannst
DeutschlandBewertungen von Leuten, die nie bei dir waren, falsche Tatsachen und reine Beleidigungen. Gekaufte und gefälschte Bewertungen sind verboten.
ÖsterreichUnwahre Behauptungen, die deinem Ruf oder deinem Geschäft schaden. Sterne ohne Text gelten als Meinung.
SchweizBeleidigungen und unwahre Aussagen, die deinen Betrieb schlechtmachen.
Tipp

Der Weg ist in allen drei Ländern gleich: erst bei Google melden, dann die rechtliche Beschwerde, bei vielen oder geschäftsschädigenden Bewertungen ein Gespräch mit einer Anwältin für Medienrecht. Das hier ist keine Rechtsberatung.

Warum du nicht alles löschen lassen solltest

Seit Ende April 2026 zeigt Google in Deutschland auf deinem Profil an, wenn Bewertungen nach einer rechtlichen Beschwerde entfernt wurden, etwa „Zwei bis fünf Bewertungen aufgrund von Beschwerden wegen Diffamierung entfernt.“ Gezählt wird das letzte Jahr. Auf deinen Platz in der Suche hat das laut Google keinen Einfluss, deine Kunden lesen es aber.

Nutz die rechtliche Beschwerde deshalb nur für Fälschungen, Beleidigungen und Bewertungen von Leuten, die nie bei dir waren. Gegen ehrliche Kritik hilft eine gute Antwort mehr.

Wenn die Bewertung bleibt: richtig antworten

Die meisten schlechten Bewertungen sind echte Meinungen. Dann ist deine Antwort das Beste, was du tun kannst. Sie liest nicht nur der Verfasser, sondern jeder, der dein Profil anschaut.

Foto: Hände tippen morgens vor der Öffnung in einem Café eine Antwort auf dem Handy
Am nächsten Morgen, mit einem Kaffee vor dem ersten Gast, klingt die Antwort ruhiger als am Abend.
  • Ruhig bleiben und erst am nächsten Morgen antworten, wenn dich die Bewertung ärgert.
  • Bedanken, kurz einordnen, ein Gespräch anbieten. Zum Beispiel: „Danke für deine offene Rückmeldung. Das klingt nicht nach dem Besuch, den wir dir wünschen. Ruf uns gern an, dann klären wir das.“
  • Keine Details aus dem Termin nennen. In Praxen gilt die Schweigepflicht, also nicht einmal bestätigen, dass jemand Patient war.
  • Kennst du den Verfasser nicht, schreib das sachlich: „Wir finden keinen Termin unter diesem Namen. Melde dich gern bei uns, damit wir nachsehen können.“

Viele neue, echte Bewertungen helfen am meisten gegen eine schlechte. Bitte alle Kunden auf die gleiche Weise um eine Bewertung, zum Beispiel mit einem QR-Code an der Kasse. Eine Gegenleistung dafür ist nicht erlaubt.

Finger weg von diesen Abkürzungen

  • Bewertungen kaufen: In Deutschland ist es ausdrücklich verboten, gefälschte Bewertungen zu schreiben oder in Auftrag zu geben. Mitbewerber können dafür kostenpflichtig gegen dich vorgehen, und Google löscht solche Bewertungen.
  • Kunden unter Druck setzen: Wer einen Verfasser bedrängt oder ihm droht, macht aus einer Bewertung schnell einen Rechtsstreit.
  • Dienste mit Löschgarantie: Kein Anbieter kann eine Löschung garantieren. Am Ende entscheidet Google oder ein Gericht. Lies genau, wofür du zahlst.

Häufige Fragen

Kann ich als Unternehmen eine Google-Bewertung selbst löschen?

Nein. Du kannst eine Bewertung nur melden. Löschen kann sie der Verfasser selbst oder Google, wenn sie gegen Googles Regeln verstößt oder nicht erlaubt ist, etwa weil sie unwahr ist.

Wie lange dauert es, bis Google eine gemeldete Bewertung löscht?

Google spricht von mehreren Tagen. Den Stand siehst du im Tool zum Verwalten von Rezensionen. Lehnt Google ab, kannst du einmal pro Bewertung Einspruch einlegen.

Wie werde ich eine 1-Sterne-Bewertung ohne Text los?

Nur Sterne ohne Text gelten meist als Meinung. Kennst du den Verfasser aber nicht, kannst du über die rechtliche Beschwerde bei Google bestreiten, dass er je Kunde war. Dann muss geprüft werden, ob es einen echten Kontakt gab.

Kostet das Löschen einer Google-Bewertung etwas?

Melden und die rechtliche Beschwerde bei Google sind kostenlos. Kosten entstehen nur, wenn du einen Anwalt beauftragst oder vor Gericht gehst.

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