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Illustration: Shaker mit Schleife, gerolltes Handtuch, kleine Kettlebell und Tannenzweig auf Wolken

Kundengeschenke für Fitnessstudios

Hunderte Mitglieder kannst du nicht alle groß beschenken. Hier steht, wer was bekommt, was es kostet und warum der Januar oft besser passt als Weihnachten.

Von Jessica, Social-Media-Expertinaktualisiert am

Kurz gesagt

Im Fitnessstudio beschenkst du nicht alle gleich, dafür sind es zu viele. Wer zwischen den Jahren trainiert, bekommt eine Kleinigkeit unter einem Euro. Die Stammmitglieder, die seit Jahren mehrmals pro Woche kommen, bekommen etwas mit Logo und eine Karte mit ihrem Namen. Personal-Training-Kunden, Mitglieder, die Freunde geworben haben, und die Firmen, mit denen du Firmenfitness machst, bekommen das persönliche Geschenk.

Der beste Zeitpunkt für die Stammmitglieder ist nicht Heiligabend, sondern die ersten zwei Januarwochen. Dann ist die Fläche voll mit Neuen, an der Hantelbank wird gewartet, und wer seit fünf Jahren um sechs Uhr kommt, fragt sich, ob er hier noch zählt. Genau dann zeigt ein Geschenk, dass er zählt.

Die Idee mit dem besten Nebeneffekt: zwei Karten für ein Probetraining mit Freund oder Freundin, gültig ab Mitte Januar. Sie kosten dich Papier und eine halbe Stunde Trainerzeit, und zu zweit fällt das Dranbleiben im Februar leichter.

Ideen von der Trainingsfläche, mit Preisen

Was im Training wirklich benutzt wird, bleibt in der Sporttasche, und dein Logo geht jeden Tag mit. Die Preise sind grobe Stückpreise bei einigen hundert Stück und hängen vom Anbieter ab.

Foto: Sporthandtuch, Shaker und Umschlag mit Tannenzweig auf der Bank einer Umkleide im Fitnessstudio
Ein Handtuch, das in der Sporttasche landet, sieht man öfter als jeden Kalender an der Wand.
  • Ein Sporthandtuch mit Logo, grob 3 bis 10 Euro. Wo auf den Geräten Handtuchpflicht gilt, ist das das Geschenk, das am häufigsten benutzt wird. Für die Stammmitglieder.
  • Ein Shaker mit Logo, grob 2 bis 5 Euro. Viele Studios geben ihn schon beim Probetraining aus. Als Geschenk für Stammmitglieder lohnt er sich nur, wenn er besser ist als der, den sie schon haben.
  • Ein Shake aufs Haus an der Theke, als Karte. Dich kostet eine Portion grob 1 bis 2 Euro Material, und dafür kommt das Mitglied an die Theke und mit deinem Team ins Gespräch.
  • Zwei Karten für ein Probetraining mit Begleitung, gültig von Mitte Januar bis Ende März. Sie kosten dich den Druck und die halbe Stunde, die ein Trainer sich für den Gast nimmt. Für alle, die schon jemanden mitgebracht haben, und die, die es noch tun sollen.
  • Ein Trainingsplan-Check im Januar, 30 Minuten mit einem Trainer. Für Mitglieder, die seit drei Jahren denselben Plan abarbeiten und es selbst schon langweilig finden.
  • Für Personal-Training-Kunden: ein Set Mini-Bänder oder ein Massageball, grob 2 bis 6 Euro, mit drei Übungen für zu Hause von Hand auf die Karte geschrieben. Wer mehr ausgeben will, nimmt eine Faszienrolle.
  • Für alle, die zwischen den Jahren trainieren: ein Lebkuchen an der Theke, unter 1 Euro, mit einem Zettel „Den holen wir uns im Januar gemeinsam zurück.“
  • Für Firmenfitness-Partner: eine bewegte Pause im Büro, ein Trainer kommt für 20 Minuten und zeigt Übungen für Rücken und Nacken am Schreibtisch. Oder ein Obstkorb fürs Team, 30 bis 50 Euro.

Wen du beschenkst und mit wie viel

Ein unabhängiges Studio hat schnell einige hundert Mitglieder, und nur ein Teil davon kommt wirklich regelmäßig. Deine Mitgliederverwaltung zeigt dir, wer seit wann dabei ist und wie oft eingecheckt hat. So teilst du auf.

WerWie vieleWie vielWas passt
Alle, die zwischen den Jahren trainieren150 bis 300unter 1 EuroLebkuchen mit Zettel, Riegel, Shake-Probe
Stammmitglieder, seit Jahren mehrmals pro Woche da60 bis 1503 bis 10 EuroHandtuch oder Shaker mit Logo, Karte mit Namen, zwei Probetrainings für Freunde
Personal-Training-Kunden10 bis 3010 bis 25 EuroMini-Bänder oder Faszienrolle, Übungen auf der Karte, Trainingsplan-Check
Mitglieder, die Freunde geworben haben10 bis 4010 bis 20 EuroHandtuch mit Logo, Shake aufs Haus, eine Zeile Dank mit Namen des Geworbenen
Firmenfitness-Partner2 bis 8 Betriebe30 bis 50 Euro pro BetriebObstkorb fürs Team, bewegte Pause im Büro

Ein Beispiel für ein Studio mit 600 Mitgliedern: 200 Lebkuchen mit Zettel zu je 70 Cent sind 140 Euro. 100 Stammmitglieder bekommen ein Handtuch mit Logo, eine Karte und zwei Probetrainings für zusammen etwa 7 Euro, das sind 700 Euro. 15 Personal-Training-Kunden zu je 15 Euro sind 225 Euro. 20 Werber zu je 12 Euro sind 240 Euro, 4 Firmenfitness-Partner zu je 45 Euro sind 180 Euro. Zusammen knapp 1.500 Euro. Wenn das zu viel ist, gib den Stammmitgliedern nur Karte und Probetrainings und spar beim Handtuch.

Hält ein Geschenk Mitglieder im Studio?

Rund um den Jahreswechsel gehen viele ihre Verträge durch. Wer seit Oktober kaum noch da war, kündigt dann, und daran ändert kein Handtuch etwas. In Deutschland sind Verträge, die seit März 2022 geschlossen wurden, nach der ersten Laufzeit ohnehin mit einem Monat Frist kündbar. Jeder Monat ist also ein Monat, in dem ein Mitglied neu entscheidet.

Mehr hilft ein Anruf zur richtigen Zeit. Schau in deine Check-ins, wer seit vier Wochen nicht mehr da war, und lass den Trainer, den diese Person kennt, kurz schreiben oder anrufen: „Wir haben dich vermisst, hast du Lust auf einen Trainingsplan-Check?“ Das kostet zehn Minuten und bringt mehr als jeder Shaker.

Und die Neuen aus dem Januar? Für sie ist die Zeit eines Trainers das Geschenk, nicht ein Artikel mit Logo. Wer in den ersten Wochen niemanden kennt und allein an den Geräten steht, ist oft im Februar nicht mehr da. Ein Anruf in der dritten Woche („Wie läuft’s, sollen wir den Plan anpassen?“) hält mehr Leute als ein Willkommenspaket.

Tipp

Der Jahrestag der Mitgliedschaft ist der zweite gute Moment für eine Karte. Er fällt oft genau auf das Ende der ersten Laufzeit, also auf den Monat, in dem ein Mitglied zum ersten Mal einfach gehen könnte.

Was auf die Karte kommt

Im Studio hast du, was kein Werbeartikel-Shop hat: die Zahl der Check-ins und das Datum, seit dem jemand dabei ist. Daraus wird der persönlichste Satz auf der Karte. Unterschreiben sollte der Trainer, den das Mitglied kennt, nicht nur die Studioleitung.

Foto: halb geschriebene Karten neben einer ausgedruckten Liste im Büro eines Fitnessstudios
Druck dir die Check-ins des Jahres aus und schreib zehn Karten pro Tag, nicht hundert am letzten Sonntag.
  • „Lieber Herr Albrecht, 162 Mal eingecheckt in diesem Jahr, fast immer vor sieben Uhr. Danke, dass Sie uns morgens Gesellschaft leisten! Ihr Team vom Studio Nordlicht“
  • An eine Personal-Training-Kundin: „Liebe Svenja, im Februar war der erste Liegestütz ein Kampf, jetzt machst du fünfzehn. Die Bänder sind für die Tage, an denen du nicht herkommst. Dein Marco“
  • Zu den Probetrainings: „Zwei Karten für alle, die du gern dabeihättest. Gültig ab Mitte Januar, dann ist es wieder ruhiger und wir haben Zeit für euch beide.“
  • Zum Jahrestag: „Heute vor drei Jahren hast du hier zum ersten Mal ein Handtuch auf die Bank gelegt. Schön, dass du noch da bist! Dein Team“
  • An den Firmenfitness-Partner: „Danke, dass so viele aus Ihrem Haus bei uns trainieren. Im Januar kommen wir gern für eine bewegte Pause zu Ihnen ins Büro, den Termin suchen Sie aus.“
  • An einen Werber: „Lieber Kai, Jana und Tobias trainieren wegen dir bei uns. Der nächste Shake geht auf uns!“

Dein Fahrplan von November bis Februar

  1. Anfang November: Liste aus der Mitgliederverwaltung

    Zieh dir eine Liste: Wer ist seit mindestens drei Jahren dabei und checkt mehrmals pro Woche ein, wer hat Freunde geworben, wer hat Personal Training gebucht? Dazu die Betriebe mit Firmenfitness und eine Ansprechperson pro Betrieb.

  2. Bis Mitte November: bestellen und drucken

    Handtücher und Shaker mit Logo haben oft Mindestmengen von 50 oder 100 Stück und brauchen ein bis drei Wochen. Die Karten für das Probetraining mit Begleitung druckst du gleich mit, nummeriert, damit du später siehst, wie viele eingelöst wurden.

  3. Anfang Dezember: Firmen besuchen

    Bring Obstkorb und Karte selbst vorbei und biete die bewegte Pause für Januar an. Viele Büros sind ab Mitte Dezember nur noch halb besetzt.

  4. Zwischen den Jahren: die Kleinigkeit an der Theke

    Wer trainiert, während alle anderen Plätzchen essen, bekommt seinen Lebkuchen mit Zettel. Die Fläche ist ruhig, das Team hat Zeit für ein paar Worte.

  5. Erste zwei Januarwochen: Stammmitglieder beschenken

    Gib die Geschenke auf der Fläche, durch die Trainer, nicht in der Schlange am Check-in. Leg dir die Umschläge alphabetisch in eine Kiste hinter die Theke, dann findet jeder seinen in Sekunden.

  6. Februar und März: Gäste begrüßen, Fehlende anrufen

    Wenn die Probetrainings eingelöst werden, nimmt sich ein Trainer für jeden Gast eine halbe Stunde. Und wer seit Januar nicht mehr da war, bekommt den Anruf.

Foto: Kiste mit sortierten Umschlägen hinter der Theke, im Hintergrund eine volle Trainingsfläche im Januar
Wenn im Januar die Fläche voll ist, findet jeder Trainer den richtigen Umschlag in Sekunden.

Was du besser lässt

  • Waage, Maßband oder Abnehmtee. Wer so etwas geschenkt bekommt, hört nur: Du solltest abnehmen. Das sagt man seinen Mitgliedern nicht zu Weihnachten.
  • Nahrungsergänzung mit eigenen Versprechen auf Karte oder Etikett, etwa „verbrennt Fett“. Was ein Lebensmittel angeblich bewirkt, ist streng geregelt. Und denk an Milch und Nüsse: Nicht jeder verträgt jedes Pulver.
  • Rabatt auf die Verlängerung als Geschenk. Das liest sich wie ein Verkaufsgespräch und erinnert genau im falschen Moment daran, dass man kündigen kann.
  • Eine Rangliste der fleißigsten Mitglieder mit Namen am Schwarzen Brett oder auf Instagram. Check-in-Zahlen gehören auf die Karte für die Person selbst, nicht an die Wand, außer sie hat ausdrücklich zugestimmt.
  • Das teure Geschenk für die Personalerin des Partnerbetriebs persönlich. Über 50 Euro fällt der Abzug weg, und viele Firmen haben eigene Regeln, was ihre Leute annehmen dürfen. Beschäftigte von Stadt, Schule oder Behörde dürfen meist nur Kleinigkeiten annehmen. Ein Obstkorb fürs ganze Team ist für alle entspannter.
  • Dasselbe für das Mitglied seit acht Jahren wie für den Neuen aus der Januarschlange, ohne ein Wort mehr. Die Karte mit Namen ist der Teil, den man nicht nachkaufen kann.

Steuer in Kürze

  • Bis 50 Euro pro Mitglied und Jahr kannst du ein Geschenk absetzen. Es zählt dein Einkaufspreis, nicht der Preis an der Theke. Nutzt du die Kleinunternehmerregelung, rechnest du mit Umsatzsteuer, sonst ohne.
  • Kleinigkeiten bis 10 Euro, die viele bekommen, wie der Lebkuchen zwischen den Jahren oder ein Shaker für alle Stammmitglieder, brauchen keine Namensliste. Persönliche Geschenke, etwa an Personal-Training-Kunden, schreibst du mit Name, Datum, Geschenk und Preis auf.
  • Eine Leistung aus deinem Studio, etwa eine Stunde Personal Training oder ein Trainingsplan-Check, kostet dich vor allem Arbeitszeit. Wie du sie als Geschenk ansetzt, klärst du mit deiner Steuerberatung.
  • Firmenfitness-Partner sind Betriebe. Für sie und ihre Leute kann ein Geschenk über 10 Euro eine Einnahme sein. Du kannst die Steuer pauschal mit 30 Prozent übernehmen und sagst den Beschenkten dann Bescheid. Für Mitglieder als Privatleute ist dein Geschenk keine Einnahme. Für dich gelten trotzdem die 50 Euro.

In Österreich sind Geschenke an Kunden meist nicht absetzbar, kleine Werbegeschenke mit Logo und Warenproben eher. In der Schweiz gibt es keine feste Grenze, dort fragst du deine Treuhand.

Alle Regeln zu Kundengeschenken, auch für Österreich und die Schweiz

Tipp

Das ist ein Überblick und keine Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, weiß deine Steuerberatung.

Häufige Fragen

Was schenkt ein Fitnessstudio seinen Mitgliedern zu Weihnachten?

Allen, die zwischen den Jahren trainieren, eine Kleinigkeit unter einem Euro. Den Stammmitgliedern ein Handtuch oder einen Shaker mit Logo, eine Karte mit ihrem Namen und zwei Probetrainings für Freunde. Personal-Training-Kunden bekommen etwas für zu Hause, etwa Mini-Bänder mit drei Übungen auf der Karte.

Muss ich allen Mitgliedern etwas schenken?

Nein. Bei einigen hundert Mitgliedern ist ein persönliches Geschenk für alle weder nötig noch bezahlbar. Eine Kleinigkeit an der Theke für alle und ein echtes Geschenk für die, die seit Jahren regelmäßig kommen, ist fair.

Wann ist der beste Zeitpunkt für Geschenke im Fitnessstudio?

Für Stammmitglieder die ersten zwei Januarwochen, wenn die Fläche voll mit Neuen ist und die Treuen merken sollen, dass sie zuerst kommen. Firmenpartner besuchst du Anfang Dezember. Ein zweiter guter Moment ist der Jahrestag der Mitgliedschaft.

Welche Werbeartikel passen zu einem Fitnessstudio?

Dinge, die im Training benutzt werden: ein Sporthandtuch, ein guter Shaker, eine Trinkflasche. Sie gehen jeden Tag in der Sporttasche mit. Kugelschreiber und Schlüsselanhänger landen dagegen in der Schublade.

Hält ein Geschenk Mitglieder vom Kündigen ab?

Kaum. Wer seit Wochen nicht kommt, kündigt trotz Handtuch. Was hilft, ist ein kurzer Anruf vom Trainer, sobald jemand ein paar Wochen fehlt, mit dem Angebot, den Trainingsplan gemeinsam anzupassen.

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