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Illustration: Geschenktüte mit Tannenzweig, Pflegefläschchen, Haargummi und Holzkamm auf Wolken

Kundengeschenke für Friseure

Hier steht, was Stammkundinnen im Salon wirklich freut, was es kosten darf und wie du es übergibst. Dazu findest du ein Beispielbudget, Kartentexte und einen Fahrplan bis Weihnachten.

Von Jakob, Online-Marketing-Experteaktualisiert am

Kurz gesagt

Im Salon hast du etwas, das kein Werbeartikel-Shop hat: Du weißt, welches Shampoo deine Stammkundin benutzt, wie ihre Kinder heißen und dass sie im Februar in den Skiurlaub fährt. Das beste Kundengeschenk nutzt genau dieses Wissen. Die Reisegröße ihres eigenen Pflegeprodukts für 4 Euro mit einem Satz auf der Karte freut sie mehr als ein Set mit Logo für 15 Euro.

Du musst nicht allen dasselbe schenken. Alle, die im Dezember kommen, bekommen eine Kleinigkeit unter einem Euro, Stammkundinnen dazu eine Karte mit ihrem Namen. Die 30 bis 60, die am längsten und am treuesten dabei sind, bekommen etwas Persönliches für 5 bis 15 Euro. Übergeben wird am Platz, beim letzten Termin vor dem Fest.

Die Idee mit dem besten Nebeneffekt: eine Karte für eine Pflegekur mit Kopfmassage, einzulösen im Januar oder Februar. Sie kostet dich ein paar Euro Material und zehn Minuten Zeit, macht den ersten Termin im neuen Jahr zu etwas Besonderem und ist ein guter Grund, ihn gleich beim Bezahlen zu buchen.

Ideen aus deinem Salon, mit Preisen

Die besten Geschenke kommen aus deinem Regal, deiner Kartei und deinen Händen. Die Preise sind grobe Einkaufspreise und hängen von Großhandel und Menge ab.

Foto: kleine Geschenktüte mit Reisegröße, Seidenhaargummi und Umschlag am Spiegelplatz eines Friseursalons
Tipp: Pack am Abend vorher, mit dem Terminbuch für den nächsten Tag daneben.
  • Die Reisegröße ihres eigenen Produkts, meist 3 bis 7 Euro: das Shampoo, die Maske oder der Hitzeschutz, den sie ohnehin benutzt. Was das ist, steht in deiner Kartei. Passt besonders zu allen, die im Winter verreisen.
  • Ein Seidenhaargummi oder eine schöne Haarklammer, etwa 3 bis 8 Euro, für Kundinnen mit langem Haar. Such die Farbe passend zu ihrer letzten Färbung aus, dann merkt sie, dass du an sie gedacht hast.
  • Die Pflege-Karte für Januar oder Februar, 2 bis 5 Euro Material und zehn Minuten. Passt besonders zu Kundinnen, die dir Neue gebracht haben.
  • Für Herren und Bartträger: Bartöl in der kleinen 10-Milliliter-Flasche oder ein Holzkamm mit dem Namen des Salons, je etwa 2 bis 6 Euro.
  • Für Kinder, die tapfer stillgesessen haben: eine Haarspange, ein Glitzerhaargummi oder ein Lolli, unter 1 Euro. Die Eltern sehen es, und darum geht es auch.
  • Für alle im Dezember: ein Pröbchen deines Lieblingsprodukts und zwei Plätzchen in einer kleinen Tüte mit eurem Gruß, zusammen meist unter 1 Euro. Frag deinen Außendienst oder Großhändler schon im Oktober nach Proben, oft gibt es sie günstig oder umsonst.
  • Ein Foto vom ganzen Team als Karte, von allen unterschrieben, etwa 1 Euro pro Stück im Fotodruck. So eine Karte hängt gern mal bis Ostern am Kühlschrank.

Wen du beschenkst und mit wie viel

Ein Salon mit drei Stühlen hat schnell 300 bis 500 Kundinnen und Kunden im Jahr, davon 100 bis 200, die regelmäßig kommen. Allen etwas Persönliches zu schenken, ist weder nötig noch bezahlbar. Teil sie in drei Gruppen.

WerWie vieleWie vielWas passt
Alle, die im Dezember kommen150 bis 300unter 1 EuroTütchen mit Probe und Plätzchen, Haargummi, Lolli für Kinder
Alle anderen Stammkundinnen70 bis 140etwa 1 Euro mehrdasselbe Tütchen, dazu eine Karte mit ihrem Namen und einem Satz
Die treuesten Stammkundinnen30 bis 605 bis 15 EuroReisegröße ihres Produkts, Seidenhaargummi, Karte mit persönlichem Satz
Wer dir neue Kundinnen gebracht hat5 bis 1510 bis 25 EuroPflege-Karte für Januar und ein Produkt, das sie mag, oder ein Gutschein über eine Leistung

Ein Beispiel für einen Salon mit drei Stühlen: 250 Tütchen mit Probe und Plätzchen zu je 60 Cent sind 150 Euro. 100 Karten für die übrigen Stammkundinnen kosten etwa 100 Euro. 40 treueste Stammkundinnen mit Reisegröße und Karte zu je 9 Euro sind 360 Euro. 10 Kundinnen, die dir Neue gebracht haben, bekommen Pflege-Karte und Produkt für je etwa 15 Euro, das sind 150 Euro. Zusammen rund 760 Euro. Wenn du weniger ausgeben willst, spar bei den Tütchen, nie bei den Karten.

Was auf die Karte kommt

Schreib von Hand, kurz und mit einem Satz, der nur für diese Kundin stimmt. Dein Kassen- oder Terminprogramm zeigt dir, wie oft jemand da war und seit wann. Daraus wird oft der persönlichste Satz auf der Karte. Ob du Sie oder du schreibst, hängt davon ab, wie ihr im Salon miteinander redet.

Foto: halb geschriebene Weihnachtskarten und ein offenes Terminbuch am Empfang eines Friseursalons
Sortier die fertigen Karten nach Termindatum in eine Schublade am Empfang, dann liegt morgens die richtige bereit.
  • „Liebe Frau Krämer, elf Termine in diesem Jahr und jedes Mal eine Geschichte aus Ihrem Garten. Danke dafür! Ihre Sandra“
  • „Lieber Jonas, seit drei Jahren alle vier Wochen bei mir auf dem Stuhl. Danke für dein Vertrauen und auf ein entspanntes neues Jahr! Mira“
  • „Diese Karte ist eine Pflegekur mit Kopfmassage wert, bei Ihrem nächsten Termin im Januar oder Februar. Einfach mitbringen.“
  • „Liebe Petra, drei deiner Freundinnen sitzen inzwischen regelmäßig bei uns. Danke, dass du uns weiterempfiehlst!“
  • Auf die Tütchen für alle: „Danke für dieses Jahr! Ab dem 2. Januar sind wir wieder für Sie da. Ihr Team vom Salon Mira“

Dein Fahrplan bis Weihnachten

  1. Anfang November: Liste machen

    Geh deine Kartei oder dein Terminprogramm durch: Wer ist seit Jahren dabei, wer kommt am regelmäßigsten, wer hat dir Neue gebracht? Nimm die 30 bis 60 treuesten und schreib zu jeder dazu, welches Produkt sie benutzt.

  2. Mitte November: bestellen

    Reisegrößen, Haargummis und Proben beim Großhandel oder beim Außendienst bestellen, Karten und Tütchen gleich mit. Holzkämme mit Gravur haben oft eine Mindestmenge und bis zu zwei Wochen Lieferzeit. Im Dezember hast du dafür keine Minute mehr.

  3. Ende November: Karten schreiben

    Ab Mitte November zehn bis fünfzehn Karten am Tag in den Pausen, nicht alle am Sonntag vor Weihnachten. Die Tütchen für alle packt das Team an einem ruhigen Vormittag.

  4. Im Dezember: am Platz übergeben

    Gib das Geschenk nach dem Föhnen am Platz, nicht an der Kasse zwischen Kartenleser und Terminzettel. Dann bekommt sie deine volle Aufmerksamkeit, und wer daneben sitzt, muss nicht sehen, wer was bekommt. An der Kasse liegen die Tütchen für alle, und gleich daneben die Gutscheine, die Kunden im Dezember für andere kaufen.

  5. Im Januar: nachholen

    Stammkundinnen, die erst im neuen Jahr kommen, bekommen ihr Geschenk dann, mit einem „nachträglich frohe Weihnachten“. Das freut oft sogar mehr, weil es keiner mehr erwartet.

Foto: vierzig kleine Tütchen mit Plätzchen und Pröbchen auf dem Tresen eines Friseursalons
Stell so ein Foto in deine Story, mit einem Satz für alle, die im Dezember noch einen Termin haben.

Was du besser lässt

  • Rabattgutscheine wie „10 Prozent auf die nächste Farbe“. Das ist Werbung, kein Geschenk, und gewöhnt Kundinnen daran, auf Rabatt zu warten. Schenk lieber eine Leistung ohne Bedingungen.
  • Stark duftende Kerzen, Seifen oder Badekugeln. Nicht jede verträgt Duftstoffe, und nach dem Termin hat sie genug Duft in den Haaren.
  • Prosecco für alle. Manche fahren, manche sind schwanger, manche trinken nicht. Wenn, dann nur für die, bei denen du es weißt.
  • Ein Produkt, das nicht zu ihrem Haar passt, etwa Silbershampoo für eine Brünette. Ein Blick in die Kartei verhindert das.
  • Große Logos. Ein kleiner Aufkleber auf der Tüte reicht, sonst sieht das Geschenk nach Werbeartikel aus.
  • Dasselbe für die Stammkundin seit zehn Jahren wie für die Laufkundschaft, ohne ein Wort mehr. Eine Karte mit ihrem Namen kostet dich einen Euro, und sie merkt den Unterschied, auch wenn sie nichts sagt.

Steuer in Kürze

  • Bis 50 Euro pro Kundin und Jahr kannst du ein Geschenk absetzen. Es zählt dein Einkaufspreis, nicht der Preis im Regal: Die Maske, die du für 24 Euro verkaufst und für 11 Euro eingekauft hast, zählt mit 11 Euro. Nutzt du die Kleinunternehmerregelung, rechnest du mit Umsatzsteuer, sonst ohne.
  • Kleinigkeiten bis 10 Euro, die viele bekommen, wie das Tütchen für alle, brauchen keine Namensliste. Für die Geschenke an Stammkundinnen notierst du Name, Datum, Geschenk und Einkaufspreis. Eine einfache Liste reicht.
  • Nimmst du Produkte aus deinem Verkaufsregal, sag deiner Steuerberatung, dass sie als Geschenk rausgegangen sind und nicht verkauft wurden.

In Österreich sind Geschenke an Kunden meist nicht absetzbar, kleine Werbegeschenke mit Logo und Warenproben eher. In der Schweiz gibt es keine feste Grenze, dort fragst du deine Treuhand.

Alle Regeln zu Kundengeschenken, auch für Österreich und die Schweiz

Tipp

Das ist ein Überblick und keine Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, weiß deine Steuerberatung.

Häufige Fragen

Was schenkt man Stammkundinnen im Friseursalon zu Weihnachten?

Am besten etwas aus deinem Salon, das zu ihr passt: die Reisegröße ihres eigenen Pflegeprodukts, ein Seidenhaargummi oder eine Pflegekur beim nächsten Termin. Dazu eine handgeschriebene Karte mit einem Satz, der nur für sie stimmt.

Wie viel sollte ein Kundengeschenk im Salon kosten?

Für alle Kundinnen reicht eine Kleinigkeit unter einem Euro. Die treuesten Stammkundinnen bekommen etwas für 5 bis 15 Euro im Einkauf, Kundinnen, die dir Neue gebracht haben, bis etwa 25 Euro. In Deutschland kannst du ein Geschenk bis 50 Euro pro Kundin und Jahr absetzen.

Muss ich allen Kundinnen etwas schenken?

Nein. Ein kleiner Gruß für alle im Dezember und ein persönliches Geschenk für die, die seit Jahren kommen, ist fair und bezahlbar. Wichtig ist nur, dass du keine Stammkundin vergisst.

Darf ich Produkte aus meinem Verkaufsregal verschenken?

Ja. Für die 50-Euro-Grenze zählt dein Einkaufspreis, nicht der Verkaufspreis. Sag deiner Steuerberatung, welche Produkte als Geschenk rausgegangen sind.

Welche Werbegeschenke passen zu einem Friseursalon?

Kleine Dinge, die man im Bad benutzt: ein Holzkamm mit dem Namen des Salons, ein Haargummi, eine Probe. Kugelschreiber und Feuerzeuge passen nicht zu einem Salon und landen in der Schublade.

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