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Illustration: Werkzeugkiste, Wasserwaage und Transporter auf Wolken, daneben ein leeres Schild

Marketing für Handwerker: bessere Aufträge und neue Leute

Die meisten Handwerksbetriebe haben genug Arbeit, aber zu selten die passenden Aufträge und zu wenig Leute. Hier steht, welche Werbung beides ändert und was sie kostet.

Von Lisanne, Online-Marketing-Expertinaktualisiert am

Kurz gesagt

Im Handwerk wirkt Werbung, die echte Arbeit zeigt: das beschriftete Fahrzeug, das Schild an der Baustelle, Vorher-Nachher-Fotos auf Instagram und im Google-Profil und Empfehlungen zufriedener Kunden. Das kostet wenig und bringt Anfragen aus genau deinem Einzugsgebiet, und dieselben Bilder zeigen Bewerbern, wie es bei dir ist.

Wie Kunden einen Handwerker suchenSuchanfragen pro Monat in Deutschland
Elektriker in der Nähe
22.200
Dachdecker in der Nähe
18.100
Maler in der Nähe
6.600
Klempner in der Nähe
5.400
Sanitär Notdienst
2.400
Handwerker in der Nähe
1.600
Heizungsnotdienst
1.000

Gesucht wird nach dem Gewerk, kaum nach „Handwerker“. Nenn dein Gewerk deshalb als Kategorie und in den Leistungen deines Google-Profils. Quelle: Google Keyword Planner, Oktober 2026.

Wer kurzfristig Hilfe sucht, sucht bei Google: Nach „Elektriker in der Nähe“ wird in Deutschland rund 22.200 Mal im Monat gesucht. Klicks auf Anzeigen für Notdienste wie „Klempner Notdienst“ kosten im oberen Bereich über 14 Euro (Google Keyword Planner, Oktober 2026). Ein gepflegtes Profil mit Bewertungen holt diese Suchen kostenlos ab.

Fang mit zwei Dingen an: Mach von jedem Auftrag ein Vorher- und ein Nachher-Foto aus derselben Perspektive, und bitte jeden zufriedenen Kunden bei der Abnahme um eine Google-Bewertung.

Welche Werbung sich lohnt

Handwerksaufträge entstehen in der Nachbarschaft. Wer bei Nachbarn deinen Transporter, dein Gerüstbanner oder ein frisch gemachtes Bad sieht, ruft an. Wer dich nicht kennt, prüft vorher das Google-Profil: Bewertungen, Fotos von echten Baustellen, ob du in seiner Gegend arbeitest.

Foto: Gerüstbanner „Malerbetrieb Kessler, Fassaden und Innenräume“ an einem Haus in Renovierung
Am Gerüst sehen die Nachbarn genau, wer da arbeitet. Frag den Kunden vorher, ob das Banner hängen darf.
KanalWas es bringtKostenAufwand
FahrzeugbeschriftungJeder Kilometer ist Werbung im eigenen Einzugsgebietgrob 300 bis 1.500 Euro je Fahrzeug, Folie hält Jahreeinmalig
Baustellenschild oder GerüstbannerDie Nachbarn sehen genau, wer da arbeitetgrob 50 bis 300 Euro, wiederverwendbarje Baustelle aufstellen, Kunde fragen
Google-ProfilAnfragen bei „in der Nähe“-Suchen, Vertrauen durch Bewertungenkostenlos15 Minuten pro Woche: Baustellenfotos, Antworten
Instagram und FacebookVorher-Nachher zeigen, Azubis und Gesellen erreichenkostenlosein bis zwei Beiträge pro Woche, direkt von der Baustelle
Empfehlungen und KooperationenAufträge über Architekten, Hausverwaltungen, andere GewerkekostenlosKontakte pflegen, gute Arbeit abliefern
AuftragsportaleAnfragen von Fremden, oft mit vielen MitbewerbernGebühr pro Kontakt oder Abohoch, viele Anfragen passen nicht

Wann Werbung am besten wirkt

WannAnlassIdee
Januar und FebruarRuhigere Zeit, Planung der SaisonBeiträge zu fertigen Projekten des Vorjahres, Azubi-Suche starten
März bis MaiBauen, Garten, Dach und FassadeVorher-Nachher von Außenarbeiten, Termine für den Sommer anbieten
SommerAusbildungsbeginn im August, UrlaubszeitNeue Azubis vorstellen, Schließzeiten im Profil
September und OktoberHeizung, Fenster, Dämmung vor dem WinterHinweis auf Wartung und Heizungscheck
November bis JanuarFrost, Rohrbruch, SturmNotdienstzeiten klar im Profil, falls du sie anbietest

Ideen, die wenig kosten

  • Mach von jedem Auftrag ein Vorher- und ein Nachher-Foto aus derselben Perspektive. Das ist deine beste Werbung und kostet zehn Sekunden.
  • Frag jeden zufriedenen Kunden bei der Abnahme nach einer Google-Bewertung und gib ihm eine Karte mit QR-Code.
  • Stell deine Leute vor: der Geselle, der seit 15 Jahren dabei ist, die neue Auszubildende. Das zieht Bewerber an.
  • Kleb nach Abschluss einen kleinen Aufkleber in den Zählerschrank oder unter die Spüle. Beim nächsten Problem ruft der Kunde dich an.
  • Schreib in dein Google-Profil, in welchen Orten du arbeitest und welche Aufträge du gern machst. Das filtert Anfragen.
  • Zeig einmal im Monat einen typischen Fehler, den du bei Kunden siehst, und wie man ihn vermeidet.

Deine Werbewoche in 30 Minuten

  1. Montag: Fotos der Vorwoche sortieren

    Die besten Vorher-Nachher-Paare auswählen, Hausnummern und Gesichter prüfen.

  2. Mittwoch: ein Projekt zeigen

    Ein Vorher-Nachher als Beitrag auf Instagram, Facebook und im Google-Profil, mit Ort und Gewerk.

  3. Donnerstag: Bewertungen beantworten

    Jede Bewertung kurz beantworten. Bei Kritik sachlich bleiben und ein Gespräch anbieten.

  4. Freitag: einmal für Bewerber

    Alle zwei Wochen ein Foto vom Team oder aus der Werkstatt mit „Wir suchen“.

Typische Fehler

  • Ein unbeschriftetes Fahrzeug. Das ist die günstigste Werbefläche, die du hast.
  • Sich nur auf Auftragsportale verlassen. Dort zahlst du für Anfragen, um die zehn andere Betriebe mitbieten.
  • „Meisterbetrieb“ ohne Meister in Inhaberschaft oder Betriebsleitung.
  • Fotos von Kundenhäusern mit lesbarer Hausnummer und ohne Zustimmung.
  • Nur Aufträge bewerben und vergessen, dass du auch Mitarbeiter suchst.

Rechtlich in Kürze

  • „Meisterbetrieb“ darfst du schreiben, wenn du oder deine fachliche Betriebsleitung die Meisterprüfung in dem Handwerk habt. Ein Meister nur auf dem Papier zählt nicht.
  • Werbeanrufe bei Privatleuten nur, wenn sie vorher ausdrücklich zugestimmt haben. Bei Firmen reicht ein erkennbares Interesse, Werbe-Mails brauchen immer ein Ja.
  • Baustellenschild und Fotos vom Haus eines Kunden nur mit seinem Einverständnis, ohne Hausnummer, Kennzeichen oder Gesichter. Was auf dem Fahrzeug steht, etwa „24-Stunden-Notdienst“, muss stimmen.
Tipp

Das ist ein Überblick und keine Rechtsberatung. Gesetze und Berufsordnungen ändern sich. Wenn du unsicher bist, frag deine Kammer, deinen Verband oder einen Anwalt.

Häufige Fragen

Welche Werbung lohnt sich für Handwerker?

Fahrzeugbeschriftung, Baustellenschild, ein Google-Profil mit Bewertungen und Vorher-Nachher-Fotos auf Instagram und Facebook. Dazu Empfehlungen von Kunden und Partnern. Das alles kostet wenig und wirkt genau dort, wo du arbeitest.

Wo kann ich als Handwerker kostenlos Werbung machen?

Im Google-Profil, auf Instagram und Facebook, über Bewertungen und Empfehlungen und über ein Schild an jeder Baustelle, wenn der Kunde zustimmt.

Wie finde ich über Werbung Azubis und Gesellen?

Zeig dein Team und eure Baustellen dort, wo junge Leute schauen: auf Instagram, mit echten Fotos und einem Satz, was man bei dir lernt. Ein „Wir suchen“ auf dem Fahrzeug und im Google-Profil sieht der ganze Ort.

Wann darf ich „Meisterbetrieb“ schreiben?

Wenn du oder deine fachliche Betriebsleitung die Meisterprüfung in dem Handwerk bestanden habt.

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