Zum Inhalt springen
Illustration: Haus mit Garten, ein leeres Verkaufsschild und Schlüssel auf Wolken

Werbung für Immobilienmakler: Eigentümer gewinnen, Regeln einhalten

Eigentümer geben ihr Haus dem Makler, den sie im Ort kennen. Hier steht, wie du dieser Makler wirst und was in jede Immobilienanzeige gehört.

Von Lisanne, Online-Marketing-Expertinaktualisiert am

Kurz gesagt

Die wertvollste Werbung richtet sich an Eigentümer. Rund 8.100 Mal im Monat wird in Deutschland nach „Haus verkaufen“ gesucht, ein Klick auf eine Anzeige dazu kostet im oberen Bereich etwa 11,60 Euro (Google Keyword Planner, Oktober 2026). Günstiger wirst du über Objektschilder, das Google-Profil, Empfehlungen und echte Verkaufsgeschichten aus deinem Ort bekannt.

Eine Pflicht gilt für jede Immobilienanzeige, auch für einen Instagram-Beitrag, der ein Objekt anbietet: Die Angaben aus dem Energieausweis gehören hinein, wenn einer vorliegt. Ein Verstoß kann bis zu 10.000 Euro kosten.

Was du in der Werbung darfst

Liegt ein Energieausweis vor, gehört in jede Anzeige zu Verkauf oder Vermietung, ob Portal, Zeitung oder Schaufenster, nach verbreiteter Auslegung auch der Instagram-Beitrag zum Objekt:

  • die Art des Energieausweises: Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis
  • der Wert für Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch aus dem Ausweis
  • der wesentliche Energieträger für die Heizung, etwa Gas, Öl oder Wärmepumpe
  • bei Wohngebäuden das Baujahr
  • bei Wohngebäuden die Energieeffizienzklasse, sofern sie im Ausweis steht

Verantwortlich sind Verkäufer, Vermieter und Makler gemeinsam. Fällt eine Käuferprovision an, nenn sie mit Umsatzsteuer, wer sie verschweigt, wirbt irreführend. Deine Maklererlaubnis gehört mit der zuständigen Behörde ins Impressum. Briefe wie „Wir suchen für eine Familie ein Haus in Ihrer Straße“ schreibst du nur, wenn es die Familie gibt, und Privatleute rufst du nur mit ihrer vorherigen Einwilligung an.

Österreich: In jede Anzeige gehören Heizwärmebedarf und Gesamtenergieeffizienz-Faktor mit ihren Klassen, die Strafe liegt bei bis zu 1.450 Euro. Schweiz: Auf Bundesebene gibt es keine Pflicht, Energiewerte in Anzeigen zu nennen, Kantone können abweichen.

Tipp

Das ist ein Überblick und keine Rechtsberatung. Gesetze und Berufsordnungen ändern sich. Wenn du unsicher bist, frag deine Kammer, deinen Verband oder einen Anwalt.

Welche Werbung sich lohnt

Käufer findest du für ein gutes Objekt fast immer über die großen Portale. Eigentümer dagegen wählen den Makler, den sie kennen: vom Schild am Nachbarhaus, aus der Empfehlung eines Bekannten, aus der Zeitung oder vom Google-Profil mit vielen Bewertungen. Nach „Immobilienmakler in der Nähe“ suchen rund 4.400 Menschen im Monat.

  1. Ein Profil für das Büro, mit Adresse, Telefon und Website wie im Impressum
  2. Jede Woche ein „Verkauft“-Beitrag oder ein Tipp für Eigentümer
  3. Fotos vom Team und vom Büro
  4. Verkäufer nach dem Notartermin um eine Bewertung bitten
Beispiel mit erfundenem Betrieb
KanalWas es bringtKostenAufwand
Verkaufsschild am ObjektDie Nachbarschaft sieht, dass du verkaufst. Viele Eigentümer rufen genau deshalb an.grob 50 bis 300 Euro pro Schildeinmal aufstellen, nach dem Verkauf „Verkauft“ drüberkleben
Google-ProfilEigentümer prüfen Bewertungen, bevor sie anrufenkostenlos15 Minuten pro Woche: Verkaufsfotos, Antworten auf Bewertungen
Instagram und FacebookObjekte zeigen, Verkaufsgeschichten erzählen, im Ort bekannt werdenkostenlos, Anzeigen mit kleinem Tagesbudget möglichzwei Beiträge pro Woche, einer davon kein Objekt
ImmobilienportaleKäufer und Mieter für konkrete Objekteje nach Portal und Paket monatlich oder pro Anzeigepro Objekt einmal, mit allen Pflichtangaben
Postwurf und StadtteilzeitungEigentümer im Viertel erreichen, etwa mit „Kürzlich verkauft in Ihrer Straße“grob 100 bis 500 Euro je Verteilungmittel; Briefkästen mit „Keine Werbung“ auslassen
Kooperationen mit Bank, Hausverwaltung, HandwerkEmpfehlungen, wenn ein Eigentümer verkaufen willkostenlosKontakt pflegen, Provisionsabsprachen schriftlich

Wann Werbung am besten wirkt

WannAnlassIdee
Januar bis MärzViele Eigentümer entscheiden über einen Verkauf im neuen JahrBeitrag: „Was ist mein Haus wert?“ mit Einladung zur Bewertung
FrühjahrGärten blühen, Besichtigungen bei LichtObjektfotos neu machen, Exposés auffrischen
SommerFamilien wollen vor Schulbeginn umziehenFamilienobjekte in den Vordergrund stellen
HerbstErbschaften, Umzug ins Seniorenwohnen vor dem WinterInfoabend zu Verkauf im Alter oder bei Erbschaft
DezemberJahresrückblickWie viele Objekte du im Ort verkauft hast, mit Fotos und Dank

Ideen, die wenig kosten

  • Kleb nach jedem Verkauf „Verkauft“ auf das Schild und poste ein Foto dazu, mit Einverständnis der Eigentümer. Das ist die stärkste Werbung bei Nachbarn.
  • Biete eine kostenlose Wertermittlung an und erklär im Beitrag, wie sie abläuft. Das ist für Eigentümer der niedrigste Einstieg.
  • Stell monatlich eine Straße oder einen Ortsteil vor: was dort gefragt ist, was verkauft wurde. Das zeigt Ortskenntnis.
  • Erzähl Verkaufsgeschichten statt nur Objekte zu zeigen: „In drei Wochen verkauft, an eine Familie aus dem Ort“.
  • Leg Flyer bei Hausverwaltungen, Handwerkern und Banken aus, mit denen du gut zusammenarbeitest.
  • Frag jeden Verkäufer nach dem Notartermin um eine Google-Bewertung.
Foto: Verkaufsschild „Zu verkaufen, Hartmann Immobilien“ mit rotem Streifen „Verkauft“ vor einem Einfamilienhaus
Nach dem Verkauf kommt der Streifen „Verkauft“ aufs Schild, dazu ein Foto für Profil und Instagram, mit Einverständnis der Eigentümer.

Deine Werbewoche in 30 Minuten

  1. Montag: Anzeigen prüfen

    Stehen in jeder laufenden Anzeige die Energieangaben und die Provision? Fehlende Angaben sofort nachtragen.

  2. Dienstag: ein Objekt zeigen

    Bild oder kurzes Video eines Objekts, mit Pflichtangaben im Text.

  3. Donnerstag: etwas, das kein Objekt ist

    Eine Verkaufsgeschichte, ein Marktbericht für den Ort, ein Tipp für Eigentümer.

  4. Freitag: Google-Profil

    Neue Fotos, Antworten auf Bewertungen, „Verkauft“-Beitrag der Woche.

Typische Fehler

  • Energieangaben im Beitrag auf Instagram oder Facebook vergessen. Die Pflicht gilt nicht nur für Portale.
  • Nur Objekte posten. Eigentümer wollen sehen, wer du bist und was du im Ort schon verkauft hast.
  • Erfundene Suchkunden in Briefen an Eigentümer. Das ist irreführend.
  • Provision verschweigen oder ohne Umsatzsteuer angeben.
  • Mit KI aufgehübschte Fotos, die Mängel verdecken. Spätestens bei der Besichtigung kostet das Vertrauen.

Häufige Fragen

Welche Pflichtangaben gehören in eine Immobilienanzeige?

Wenn ein Energieausweis vorliegt: Art des Ausweises, Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch, wesentlicher Energieträger, bei Wohngebäuden Baujahr und Effizienzklasse.

Gilt die Pflicht auch für Beiträge auf Instagram?

Nach verbreiteter Auslegung ja, wenn der Beitrag ein konkretes Objekt anbietet. Mit den Angaben im Text bist du auf der sicheren Seite.

Wie gewinnt ein Makler Eigentümer, ohne viel Geld auszugeben?

Über Schilder an verkauften Objekten, ein Google-Profil mit Bewertungen, Verkaufsgeschichten aus dem Ort, eine kostenlose Wertermittlung und Empfehlungen von Banken, Hausverwaltungen und früheren Kunden.

Was soll ich posten, wenn ich gerade kein Objekt habe?

Verkaufsgeschichten, einen kurzen Marktbericht für deinen Ort, eine Straße im Porträt oder einen Tipp für Eigentümer. Genau diese Beiträge zeigen Eigentümern, dass du den Ort kennst.

Passt dazu

Fiona, deine Marketing-Managerin

Deine Werbung läuft weiter, auch wenn du keine Zeit hast.

  • Fiona plant Themen für Social Media und Google, passend zu Saison und Angeboten
  • Sie macht aus deinen Fotos Beiträge in deinem Ton
  • Du gibst per WhatsApp frei, erst dann geht etwas raus
Kostenlose Einführung buchen30 Minuten per Video, unverbindlich