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Illustration: Hotelbett, Koffer und Rezeptionsklingel auf Wolken, ein Papierflieger fliegt los

Hotel Marketing für kleine Häuser: mehr Gäste direkt

Für jede Portalbuchung zahlst du oft 15 Prozent Provision oder mehr. Hier steht, wie kleine Hotels und Pensionen mehr Gäste direkt gewinnen, vor allem die, die schon einmal da waren.

Von Jakob, Online-Marketing-Experteaktualisiert am

Kurz gesagt

Gäste suchen dein Haus zuerst bei Google: Rund 90.500 Mal im Monat wird in Deutschland nach „Hotel in der Nähe“ gesucht (Google Keyword Planner, Oktober 2026). Wer so sucht, sieht Karte, Fotos, Bewertungen und Preise, deinen und die der Portale.

Wie Gäste ein Haus suchenSuchanfragen pro Monat in Deutschland
Hotel in der Nähe
90.500
Pension in der Nähe
9.900
Hotel mit Frühstück
2.400
Hotel direkt buchen
50

Gäste suchen ein Haus in der Nähe und sehen zuerst die Google-Profile. Nach „direkt buchen“ sucht kaum jemand, den Grund dafür musst du selbst zeigen. Quelle: Google Keyword Planner, Oktober 2026.

Das meiste Geld liegt beim zweiten Besuch. Ein Gast, der einmal über ein Portal kam, bucht beim nächsten Mal direkt, wenn er einen Grund kennt: einen besseren Preis, späteren Check-out, den Parkplatz gratis. Diesen Vorteil darfst du ihm geben, auch einen günstigeren Preis als auf dem Portal.

Fang mit zwei Dingen an: Sorg dafür, dass dein eigener Preis in der Google-Hotelsuche neben den Portalen steht, und sag jedem Gast beim Auschecken, was er bekommt, wenn er nächstes Mal direkt bucht.

So buchen Gäste beim nächsten Mal direkt

Rechne einmal nach: Bei einem Zimmer für 120 Euro gehen bei 15 Prozent Provision 18 Euro an das Portal. Ein späterer Check-out oder ein Parkplatz kostet dich fast nichts. Selbst 10 Euro Rabatt für Direktbucher lassen dir mehr als die Portalbuchung.

  1. Beim Auschecken

    Ein Satz an der Rezeption reicht: „Wenn Sie wiederkommen, buchen Sie direkt bei uns, dann können Sie bis 13 Uhr bleiben.“ Schreib denselben Satz auf die Rechnung.

  2. In der Google-Hotelsuche

    Google zeigt neben den Portalpreisen kostenlos auch deinen eigenen, wenn dein Buchungssystem oder das Google Hotel Center ihn übermittelt. Frag deinen Anbieter danach und prüf es selbst: Such dein Haus bei Google mit einem Reisedatum.

  3. Nach dem Aufenthalt

    Frag schon bei der Buchung, ob du Gästen schreiben darfst. Vier- bis sechsmal im Jahr eine kurze Mail mit Frühbucher-Termin oder neuem Paket bringt Wiederholer, ganz ohne Provision.

  4. Mit Partnern im Ort

    Weingut, Fahrradverleih, Therme, Restaurant: Vereinbart, dass deine Gäste dort einen kleinen Vorteil bekommen und ihre Kunden bei dir. Das gibt es auf keinem Portal, und dein Partner erzählt es weiter.

Welche Werbung sich lohnt

Gegen die Werbebudgets der Portale gewinnt kein kleines Haus. Musst du auch nicht: Die Portale bringen Erstbesucher, deine eigenen Kanäle bringen sie wieder. Dafür brauchst du eine Website, auf der man in zwei Minuten bucht, ein gepflegtes Google-Profil und ein paar Partner im Ort.

  1. Zimmerfotos bei Tageslicht, im Querformat
  2. Preise und Website-Link zum Direktbuchen
  3. Ausflüge aus der Umgebung als Beitrag
  4. Jede Bewertung beantworten, auch auf den Portalen
Beispiel mit erfundenem Betrieb
KanalWas es bringtKostenAufwand
Google-Profil und Google HotelsucheGefunden werden, Preise neben den Portalen, Weg zur eigenen BuchungProfil kostenlos; die Verknüpfung der Preise läuft meist über dein Buchungssystem15 Minuten pro Woche: Fotos, Antworten, Beiträge zu Veranstaltungen
Eigene Website mit BuchungsmaskeDirektbuchungen ohne ProvisionWebsite und Buchungssystem meist monatlich, je nach Anbietereinmal einrichten, Preise und Bilder pflegen
BuchungsportaleReichweite, vor allem bei ErstbesuchernProvision pro Buchung, oft 15 Prozent und mehrVerfügbarkeiten und Preise pflegen
Instagram und FacebookZeigen, wie es sich anfühlt, bei dir zu sein: Zimmer, Frühstück, Umgebungkostenlos, Anzeigen mit kleinem Tagesbudget möglichzwei Beiträge pro Woche
Kooperationen mit Tourist-Info, Firmen, VeranstalternGeschäftsreisende, Gruppen, Messe- und Veranstaltungsgästekostenlos oder Provisioneinmal im Jahr ansprechen
Newsletter an frühere GästeStammgäste und Wiederbuchungengeringvier- bis sechsmal im Jahr

Wann Werbung am besten wirkt

WannAnlassIdee
Januar bis MärzGäste planen den SommerurlaubFrühbucher-Vorteil bei Direktbuchung zeigen
Ostern und PfingstenKurzurlaube, FamilienFamilienzimmer und Ausflugstipps aus der Umgebung
Messen und GroßveranstaltungenGeschäftsreisende und BesucherRechtzeitig Beiträge mit Datum und Entfernung zum Gelände
HerbstWandern, Wellness, WeinfesteZimmer mit Abendessen, dazu Wandertipps und Termine der Weinfeste
AdventWeihnachtsmärkte, Firmenfeiern, GutscheineÜbernachtungsgutschein als Geschenk anbieten

Ideen, die wenig kosten

  • Füll ruhige Wochen mit einem Angebot, das es nur bei dir gibt, etwa drei Nächte zum Preis von zwei von Sonntag bis Donnerstag.
  • Leg auf jedes Zimmer eine kleine Karte: „Beim nächsten Mal direkt buchen und …“ mit QR-Code zur Website.
  • Fotografier Zimmer neu, bei Tageslicht und im Querformat für Google, im Hochformat für Instagram.
  • Beantworte jede Bewertung, auch auf den Portalen. Künftige Gäste lesen die Antworten mit.
  • Stell einmal im Monat einen Ausflug aus deiner Umgebung vor. Das bringt Suchende auf dein Profil, die noch kein Hotel suchen.
  • Sprich Firmen in der Nähe wegen Übernachtungen für Besucher und Monteure an, mit festem Firmenpreis.
Foto: Karte auf dem Nachttisch: „Schön, dass Sie da waren. Beim nächsten Mal direkt buchen und bis 13 Uhr bleiben.“, mit QR-Code
Die Karte auf dem Zimmer nennt den Vorteil der Direktbuchung, der QR-Code führt zur Website.

Deine Werbewoche in 30 Minuten

  1. Montag: Bewertungen beantworten

    Google und Portale, kurz und persönlich, mit dem Namen des Gastgebers.

  2. Dienstag: Preise prüfen

    Ist dein Preis auf der eigenen Website der beste? Wenn nicht, ändere ihn oder biete einen Vorteil.

  3. Donnerstag: ein Beitrag

    Zimmer, Frühstück oder Umgebung, am besten mit einem Anlass aus dem Kalender.

  4. Freitag: Google-Profil

    Neue Fotos, Veranstaltungen im Ort als Beitrag, Fragen beantworten.

Typische Fehler

  • Die eigene Website teurer als die Portale. Dann bucht niemand direkt.
  • Den Vorteil der Direktbuchung nur auf der Website nennen, wo ihn Portalgäste nie sehen. Sag ihn im Haus.
  • Alte Fotos, die das Zimmer vor der Renovierung zeigen, oder Bilder, die schöner sind als die Wirklichkeit.
  • Bewertungen nur auf Google beantworten und die Portale vergessen.
  • Gäste ohne Einwilligung auf Fotos zeigen.

Rechtlich in Kürze

  • Deinen Preis bestimmst du. Auf deiner eigenen Website darfst du günstiger sein als bei Booking.com und anderen Portalen. In Deutschland haben das der Bundesgerichtshof und die EU durchgesetzt, in Österreich und der Schweiz steht es im Gesetz.
  • Mit Sternen wirbst du nur, wenn dein Haus offiziell eingestuft ist, etwa nach der Deutschen Hotelklassifizierung. Selbst vergebene Sterne gelten als Irreführung.
  • Übernachtung mit Frühstück oder Abendessen ist ein normales Zimmerangebot. Packst du eine Führung, einen Skipass, Eintritt oder eine Wellnessbehandlung dazu, die ein Viertel des Paketpreises oder mehr ausmacht oder groß beworben wird, wird daraus eine Pauschalreise, und du hast die Pflichten eines Reiseveranstalters.
Tipp

Das ist ein Überblick und keine Rechtsberatung. Gesetze und Berufsordnungen ändern sich. Wenn du unsicher bist, frag deine Kammer, deinen Verband oder einen Anwalt.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich mehr Direktbuchungen?

Gib Gästen einen Grund, direkt zu buchen, und sag ihn im Haus: beim Auschecken, auf einer Karte im Zimmer, in der Mail nach dem Aufenthalt. Dazu eine Website, auf der man in wenigen Klicks bucht, und deinen Preis in der Google-Hotelsuche.

Darf ich auf meiner Website günstiger sein als bei Booking.com?

Ja. In Deutschland, Österreich und der Schweiz darf dir ein Portal das nicht mehr verbieten.

Wie kommt mein eigener Preis in die Google-Hotelsuche?

Über kostenlose Buchungslinks: Dein Buchungssystem oder das Google Hotel Center übermittelt Preise und Verfügbarkeit, Google zeigt sie dann neben den Portalen. Viele Anbieter von Buchungssystemen richten das für dich ein.

Welche Kanäle lohnen sich für ein kleines Hotel?

Google-Profil und eigene Website zuerst, danach Instagram und Facebook für Bilder und Stammgäste. Portale bringen Reichweite, kosten aber Provision bei jeder Buchung.

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