Zum Inhalt springen
Illustration: Ordner, Brille und Füller auf Wolken, ein Papierflieger steigt auf

Werbung für Steuerberater: erlaubt, wenn sie sachlich ist

Steuerberater dürfen werben, wenn sie sachlich informieren und nicht um ein einzelnes Mandat werben. Hier steht, was das heißt und wie du passende Mandanten und Mitarbeiter findest.

Von Lisanne, Online-Marketing-Expertinaktualisiert am

Kurz gesagt

Ja, Werbung ist erlaubt, wenn sie sachlich über deine Arbeit informiert und nicht auf einen einzelnen Auftrag zielt. So steht es im Steuerberatungsgesetz. Website, Google-Profil, Beiträge und Anzeigen sind damit in Ordnung, solange sie informieren statt zu drängen.

Wonach künftige Mandanten suchenSuchanfragen pro Monat in Deutschland
Steuerberater in der Nähe
22.200
Steuerberater Kosten
5.400
Steuerberater für Kleinunternehmer
880
Steuerberater für Selbstständige
390

Viele fragen zuerst nach den Kosten und danach, ob eine Kanzlei zu ihnen passt. Schwerpunkte wie Kleinunternehmer oder Selbstständige gehören deshalb in Profil und Website. Quelle: Google Keyword Planner, Oktober 2026.

Rund 22.200 Mal im Monat suchen Menschen in Deutschland nach „Steuerberater in der Nähe“. Ein Klick auf eine Google-Anzeige zu dieser Suche kostet im oberen Bereich etwa 3,30 Euro (Google Keyword Planner, Oktober 2026). Ein gepflegtes Google-Profil und eine klare Website sind deshalb die günstigste Werbung für eine Kanzlei.

Was du in der Werbung darfst

Sachlich heißt: keine Superlative, keine Vergleiche mit Kollegen, auch nicht über eine Agentur in deinem Namen. Lehrgänge darfst du nennen, abgesetzt vom Titel und so, dass niemand sie für eine Fachberater-Bezeichnung hält.

VorhabenErlaubt?
Website, Google-Profil, Beiträge über Leistungen und TeamJa
Tätigkeitsschwerpunkte wie „Heilberufe“ oder „Landwirtschaft“ nennenJa, wenn sie stimmen und nicht wie eine Fachberater-Bezeichnung klingen
Steuertipps im Newsletter an MandantenJa, mit Einwilligung oder an bestehende Mandanten mit Hinweis, dass sie abbestellen können
Anzeigen in Zeitung, auf Google oder Social MediaJa, wenn der Inhalt sachlich ist
Ein Unternehmen gezielt anschreiben, weil du von seinem konkreten Steuerproblem weißtRiskant: Das kann als Werbung um einen einzelnen Auftrag gelten
Kaltakquise per Telefon bei PrivatleutenNein, nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung
„Die günstigste Kanzlei der Stadt“, Vergleich mit KollegenNein, das ist nicht sachlich

In Österreich regelt die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer die Details in eigenen Richtlinien, in der Schweiz gilt nur das allgemeine Wettbewerbsrecht. Vor größeren Kampagnen lohnt eine kurze Frage beim Verband.

Tipp

Das ist ein Überblick und keine Rechtsberatung. Gesetze und Berufsordnungen ändern sich. Wenn du unsicher bist, frag deine Kammer, deinen Verband oder einen Anwalt.

Welche Werbung sich lohnt

Wer eine Steuerberatung sucht, gründet gerade, hat die erste Steuererklärung als Selbstständiger vor sich oder ist mit der alten Kanzlei unzufrieden. Diese Menschen wollen wissen, ob du ihre Branche kennst, ob du digital arbeitest und ob du noch Mandanten annimmst. Genau das sollte überall stehen, wo sie dich finden.

KanalWas es bringtKostenAufwand
Google-ProfilAnfragen aus der Umgebung, Anrufe, Wegbeschreibungkostenlos10 Minuten pro Woche: Fotos, Antworten auf Bewertungen, Hinweis ob Mandate frei sind
Website mit Schwerpunkten und AnsprechpartnernPassende Mandanten filtern, bevor sie anrufenBaukasten ab etwa 20 Euro im Monat, Agentur oft mehrere Tausend Euroeinmal aufsetzen, Inhalte jährlich prüfen
LinkedIn und FacebookUnternehmer und Gründer erreichen, Fachkräfte gewinnenkostenlosein Beitrag pro Woche, etwa eine Änderung zum Jahreswechsel
Mandanten-NewsletterBestehende Mandanten binden, Empfehlungen auslösengeringeinmal im Monat oder Quartal
Kooperation mit Gründungsberatung, Bank, Kammer, VerbandGründer früh kennenlernen, Vorträge haltenZeit für einen Vortrag pro Halbjahrmittel

Wann Werbung am besten wirkt

WannAnlassIdee
JanuarNeue Regeln zum JahreswechselKurzer Beitrag: drei Änderungen, die Selbstständige kennen sollten
Februar bis JuliSteuererklärung für das VorjahrHinweis, welche Belege du brauchst und bis wann
Frühjahr und HerbstGründungsphasen, ExistenzgründertageVortrag bei der IHK oder Handwerkskammer anbieten
SommerAusbildungsstart im AugustAzubis und Steuerfachangestellte über Beiträge vom Team suchen
November und DezemberJahresabschluss, Investitionen vor JahresendeErinnerung an Mandanten, Unterlagen rechtzeitig zu schicken

Ideen, die wenig kosten

  • Schreib in dein Google-Profil und auf die Website, ob du gerade neue Mandanten annimmst und für welche Branchen. Das spart Telefonate mit Anfragen, die nicht passen.
  • Erklär einmal im Monat eine Steuerfrage in drei Sätzen, etwa zur Kleinunternehmerregelung. Sachlich, ohne „Jetzt anrufen!“.
  • Stell dein Team vor, mit Einwilligung. Mandanten wollen wissen, wer ihre Unterlagen bearbeitet.
  • Zeig, wie digital ihr arbeitet: Belege per App, Termine per Video. Das ist für jüngere Gründer oft der Grund für den Wechsel.
  • Halte einmal im Jahr einen Vortrag für Gründer bei Kammer, Bank oder Gründerzentrum. Das bringt Kontakte ohne Anzeige.
  • Frag zufriedene Mandanten nach einer Google-Bewertung, ohne Gegenleistung.

Deine Werbewoche in 30 Minuten

  1. Montag: Anfragen sichten

    Welche Anfragen kamen, welche passten? Daraus ergibt sich, was auf Website und Profil klarer stehen muss.

  2. Mittwoch: ein fachlicher Beitrag

    Eine Frist, eine Änderung, eine häufige Frage. Kurz, richtig, mit Stand.

  3. Donnerstag: Profil pflegen

    Bewertungen beantworten, ohne Mandatsdetails. Öffnungszeiten und Urlaub prüfen.

  4. Freitag: Team oder Ausbildung

    Alle zwei Wochen ein Foto oder ein Satz aus dem Kanzleialltag für die Mitarbeitersuche.

Infografik: Deine Werbewoche in 30 Minuten. Montag Anfragen sichten, Mittwoch Fachbeitrag, Donnerstag Profil pflegen, Freitag Team zeigen.

Typische Fehler

  • Steuertipps ohne Datum. Was im letzten Jahr galt, kann heute falsch sein, und das fällt auf dich zurück.
  • Antworten auf Bewertungen, die verraten, dass jemand Mandant ist. Die Verschwiegenheitspflicht gilt auch dort.
  • Werbesprüche wie „Wir holen das Maximum raus“. Das ist nicht sachlich.
  • Mailings an gekaufte Adresslisten ohne Einwilligung. Das ist unzulässig und schadet deinem Ruf.
  • Keine Angabe, ob die Kanzlei Mandate annimmt. Dann rufen alle an, auch die, die du ablehnen musst.

Häufige Fragen

Dürfen Steuerberater Werbung machen?

Ja, wenn die Werbung sachlich über deine Arbeit informiert und nicht auf einen einzelnen Auftrag zielt.

Was ist Werbung um einen Auftrag im Einzelfall?

Gemeint ist, jemanden gezielt wegen eines konkreten Bedarfs anzusprechen, den du kennst, um genau dieses Mandat zu bekommen. Allgemeine Werbung, die sich an viele richtet, ist davon nicht betroffen.

Wie finde ich Mandanten, die zu meiner Kanzlei passen?

Schreib in Profil und Website genau, für wen du arbeitest, etwa Handwerksbetriebe oder Heilberufe, und ob du gerade Mandate annimmst. Wer sich wiedererkennt, fragt an, wer nicht passt, ruft gar nicht erst an.

Lohnen sich Google-Anzeigen für Steuerberater?

Manchmal. Rechne mit einigen Euro pro Klick und prüf genau, für welche Suchen die Anzeige erscheint. Ein gepflegtes Google-Profil bringt dieselben Suchenden kostenlos.

Passt dazu

Fiona, deine Marketing-Managerin

Deine Werbung läuft weiter, auch wenn du keine Zeit hast.

  • Fiona plant Themen für Social Media und Google, passend zu Saison und Angeboten
  • Sie macht aus deinen Fotos Beiträge in deinem Ton
  • Du gibst per WhatsApp frei, erst dann geht etwas raus
Kostenlose Einführung buchen30 Minuten per Video, unverbindlich