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Illustration: Laptop mit Stethoskop und Pflanze auf Wolken

Website für Arztpraxen: Was das Telefon entlastet und was sie kostet

Eine gute Praxis-Website beantwortet, was am Empfang zehnmal am Tag gefragt wird, und das Telefon wird ruhiger. Hier steht, was dafür oben hingehört und was sie kostet.

Von Lisanne, Online-Marketing-Expertinaktualisiert am

Kurz gesagt

Ganz oben gehören hin: die heutigen Sprechzeiten, die Urlaubsvertretung, was bei dringenden Beschwerden gilt, ob du neue Patienten aufnimmst und wie man Folgerezepte bestellt. Fang mit zwei Dingen an: Online-Termine für planbare Anliegen wie Vorsorge und Impfung und ein sicheres Rezeptformular für Dauermedikation. Ein Baukasten kostet meist 10 bis 40 Euro im Monat plus Terminsystem, eine Agentur oft 1.000 bis 5.000 Euro einmalig. Was als Kammerberuf zusätzlich ins Impressum gehört und wie sachlich Werbung sein muss, steht weiter unten in Kürze.

Was Besucher zuerst suchen

In einer Hausarztpraxis fragen die meisten nach Organisatorischem, in Facharztpraxen eher nach Schwerpunkten und Wartezeiten. In beiden Fällen gilt: Was am Telefon zehnmal am Tag gefragt wird, gehört auf die Startseite.

  • Heutige Sprechzeiten, Mittagspause und ob es eine offene Sprechstunde ohne Termin gibt.
  • Wer die Praxis im Urlaub vertritt, mit Adresse und Telefonnummer, aktuell gehalten.
  • Was bei dringenden Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten gilt: der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117, im Notfall 112.
  • Ob neue Patientinnen und Patienten aufgenommen werden und welche Unterlagen sie mitbringen sollen.
  • Wie Folgerezepte, Überweisungen und Bescheinigungen bestellt werden, und ab wann sie abholbereit sind.
  • Welche Untersuchungen und Schwerpunkte die Praxis anbietet, inklusive Vorsorge, Impfungen und Leistungen, die selbst zu zahlen sind.
  • Ob die Praxis barrierefrei ist: Aufzug, Stufen, Parkplätze für Menschen mit Behinderung.

Anfragen, Termine und Buchungen

Das Telefon ist in vielen Praxen der Engpass. Die Website kann einen großen Teil davon abfangen, wenn sie die häufigsten Anliegen auf eigene Wege lenkt.

  • Online-Termine für planbare Anliegen wie Vorsorge, Impfung oder Kontrolle, über einen Link auf die Buchungsseite oder eingebunden mit Einwilligung, falls das System nicht nötige Cookies setzt.
  • Ein Rezeptformular nur für Dauermedikation bekannter Patienten, mit Name, Geburtsdatum und Medikament. Keine freien Felder für Krankengeschichten.
  • Video-Sprechstunde, falls du sie anbietest, mit einer kurzen Erklärung, was man dafür braucht.
  • Ein klarer Hinweis, was nicht online geht: akute Beschwerden, Krankschreibung bei neuen Symptomen, Befundbesprechung.
  • Für neue Patientinnen und Patienten ein Aufnahmebogen zum Ausfüllen vor dem ersten Besuch, über eine verschlüsselte Verbindung.

Fotos und Texte

  • Stell die Ärztinnen und Ärzte mit Foto, Fachgebiet und Werdegang vor. Patienten wählen oft nach Person, nicht nach Praxis.
  • Erklär deine Schwerpunkte so, wie Patienten danach suchen: „Schilddrüse untersuchen lassen“ statt nur „Endokrinologie“.
  • Eine Seite zu Selbstzahlerleistungen mit sachlicher Beschreibung und Preis vermeidet Diskussionen am Empfang.
  • Fotos von Empfang, Wartezimmer und Eingang helfen besonders älteren Patienten, die Praxis zu finden.
  • Aktuelle Hinweise wie Grippeimpfung, Praxisurlaub oder geänderte Zeiten oben auf der Startseite, mit Datum. Ein Hinweis auf den Urlaub vom letzten Sommer wirkt nachlässig.
  • Schreib verständlich und ohne Heilsversprechen. Sätze wie „Wir heilen Ihre Rückenschmerzen“ sind irreführend und berufsrechtlich heikel.
Foto: Empfang und Wartezimmer einer Hausarztpraxis
Ein echtes Foto von Empfang und Wartezimmer zeigt neuen Patientinnen und Patienten, was sie erwartet.

Website und Google-Profil verbinden

  • Trag Website und Termin-Link im Google-Profil ein. Google zeigt Termin-Links je nach Kategorie als eigenen Knopf.
  • Pflege Sprechzeiten und Urlaub im Profil als besondere Öffnungszeiten, gleich wie auf der Website.
  • Antworte auf Bewertungen, ohne zu bestätigen, dass jemand Patient war, und ohne Details zur Behandlung. Die Schweigepflicht gilt auch dort.
  • Gibt es mehrere Ärztinnen und Ärzte, prüf, ob neben dem Profil der Praxis Einzelprofile existieren, und halte die Angaben überall gleich.
  1. Website und Termin-Link eingetragen
  2. Sprechzeiten und Urlaub als besondere Öffnungszeiten, wie auf der Website
  3. Antworten auf Bewertungen, ohne zu bestätigen, dass jemand Patient war
  4. Einzelprofile von Ärztinnen und Ärzten mit denselben Angaben
Beispiel mit erfundenem Betrieb

QR-Code für Google-Bewertungen erstellen

Was die Website kostet

WegKosten, grobPasst, wenn
BaukastenMeist etwa 10 bis 40 Euro im Monat, Terminsystem extradie Praxis klein ist und jemand die Seite zuverlässig aktuell hält
Agentur für Praxis-WebsitesOft 1.000 bis 5.000 Euro einmalig, mit Terminsystem und mehreren Ärzten eher mehrdu eine Gemeinschaftspraxis oder ein MVZ mit vielen Leistungsseiten führst
Rundum-ServiceFester Betrag im Monat, Pflege und Änderungen enthaltensich Zeiten, Vertretungen und Hinweise oft ändern und das Team keine Zeit hat

In der Arztpraxis sind die laufenden Änderungen der eigentliche Aufwand: Urlaubsvertretung, Impfaktionen, Sprechzeiten in den Ferien. Frag bei jedem Angebot, wie schnell und zu welchem Preis eine Änderung online ist. Ein Terminsystem kostet meist zusätzlich eine monatliche Gebühr.

Pflichtangaben und Werberegeln

Ärztinnen und Ärzte gehören einem Kammerberuf an. Ein Impressum aus der Vorlage für normale Firmen reicht deshalb nicht. Die Ärztekammer des Saarlandes listet in ihrem Merkblatt von 2025, was zusätzlich hineingehört; die anderen Landesärztekammern verlangen dasselbe.

WasWorauf du achtest
KammerDeine Landesärztekammer mit Anschrift.
Kassenärztliche VereinigungHast du eine Kassenzulassung, nennst du die zuständige KV.
Berufsbezeichnung„Arzt“ oder „Ärztin“, deine Facharztbezeichnung und das Land, in dem du sie erhalten hast.
BerufsregelnBerufsordnung deiner Landesärztekammer und Heilberufekammergesetz deines Landes. Ein Link auf die Seite der Kammer reicht.
WerbungSachlich über deine Praxis informieren ist erlaubt. Anpreisen, übertreiben oder dich mit Kollegen vergleichen nicht.
Vorher-nachher-BilderVerboten bei rein ästhetischen Operationen ohne medizinischen Grund, etwa in der ästhetischen Chirurgie oder Dermatologie.

Formulare für Rezepte, Überweisungen oder Termine mit Beschwerden verarbeiten Gesundheitsdaten. Sie gehören nicht in eine unverschlüsselte Mail. Nutze ein System, mit dem du einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung hast, und frag nur ab, was du wirklich brauchst.

Bei Selbstzahlerleistungen darfst du Preise sachlich nennen. Rabattaktionen sind heikel, denn auch für Selbstzahler gilt die Gebührenordnung für Ärzte. In Österreich verbietet das Ärztegesetz jede unsachliche oder unwahre Information, in der Schweiz setzen das Medizinalberufegesetz und das Recht deines Kantons den Rahmen.

Tipp

Das ist keine Rechtsberatung. Was für jede Website gilt, auch in Österreich und der Schweiz, steht im Überblick.

Pflichtangaben für jede Website im Überblick

Häufige Fehler

  • Die Urlaubsvertretung steht nur auf dem Anrufbeantworter, nicht auf der Website.
  • Ein Impressum ohne Kammer und KV, weil es aus einer allgemeinen Vorlage stammt.
  • Rezeptbestellung über ein Formular, das unverschlüsselt per Mail ins Praxispostfach geht.
  • Werbesprache wie „Deutschlands führende Praxis für …“ oder Garantien auf Behandlungserfolge.
  • Ein eingebetteter Terminkalender, der ohne Einwilligung Daten an Dritte schickt.
  • Kein Wort dazu, ob neue Patientinnen und Patienten aufgenommen werden.

Checkliste

  • Sprechzeiten, offene Sprechstunde, Telefonnummer oben
  • Urlaubsvertretung, 116117 und 112
  • Neue Patienten: ja oder nein
  • Rezept- und Terminweg mit sicherem System
  • Impressum mit Kammer, KV, Berufsbezeichnung, Staat, Berufsordnung
  • Sachliche Sprache, keine Heilsversprechen
  • Barrierefreiheit der Praxis beschrieben
  • Team mit Fotos und Fachgebieten
  • Google-Profil mit Termin-Link und gleichen Zeiten

Häufige Fragen

Was kostet eine Website für eine Arztpraxis?

Mit Baukasten meist etwa 10 bis 40 Euro im Monat plus Terminsystem. Agenturen nehmen oft 1.000 bis 5.000 Euro einmalig, bei Gemeinschaftspraxen mehr. Wichtig ist, was jede spätere Änderung kostet.

Darf ich Rezepte über ein Kontaktformular bestellen lassen?

Ja, wenn die Daten sicher übertragen und gespeichert werden, denn es sind Gesundheitsdaten. Nutze ein System mit Verschlüsselung und Vertrag zur Auftragsverarbeitung und frag nur Name, Geburtsdatum und Medikament ab.

Was muss ins Impressum einer Arztpraxis?

Name, Praxisanschrift, Telefon und E-Mail, die zuständige Ärztekammer, bei Kassenzulassung die Kassenärztliche Vereinigung, die Berufsbezeichnung mit dem Land, in dem du sie erhalten hast, die Berufsordnung und das Heilberufekammergesetz sowie die Umsatzsteuer-ID, falls vorhanden.

Darf eine Arztpraxis auf ihrer Website werben?

Ja, mit sachlicher Information über Leistungen, Schwerpunkte und Team. Die Berufsordnung verbietet anpreisende, irreführende und vergleichende Werbung, das Heilmittelwerbegesetz etwa Vorher-nachher-Bilder bei Schönheitsoperationen.

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