
Kundengeschenke für Hotels und Pensionen
Hier steht, was Stammgäste, Firmenkunden und Partner im Ort von deinem Haus bekommen und was es kosten darf. Dazu Kartentexte, der beste Zeitpunkt und die Steuer.
Von Jessica, Social-Media-Expertinaktualisiert am
Kurz gesagt
Dein bester Moment für ein Geschenk ist nicht Weihnachten, sondern die Abreise. Der Gast hat bezahlt, der Koffer steht an der Tür, und er nimmt etwas mit, das nach deinem Ort schmeckt. Das kleine Glas mit der Marmelade vom Frühstücksbuffet, nach deren Rezept sowieso jeder fragt, kostet dich 1 bis 2 Euro. Daheim steht es auf dem Frühstückstisch und erinnert jeden Morgen an dich.
Etwas Persönliches bekommen nur wenige: Stammgäste, die jeden Sommer ihre gewohnte Woche wollen, die Person in der Firma, die deine Zimmer für Monteure oder Seminare bucht, Hochzeitspaare und die Partner im Ort, die dir Gäste schicken. Für Stammgäste muss es kein Paket sein. Eine Karte im Dezember reicht, das Geschenk wartet bei der nächsten Anreise im Zimmer.
Rechne mit dem, was dir ein Stammgast bringt. Eine Buchung direkt bei dir statt über ein Portal spart dir oft 15 Prozent Provision, bei einem Aufenthalt für 400 Euro also 60 Euro. Ein Glas Honig für 8 Euro, das ihn an dich erinnert, ist da gut angelegt.
Ideen aus deinem Haus und deiner Gegend, mit Preisen
Was Gäste bei dir erlebt haben, hat mit der Gegend zu tun: Frühstück, Landschaft, die Leute im Ort. Daraus kommen die besten Geschenke. Die Preise sind grobe Einkaufspreise und hängen von Menge und Erzeuger ab.

- Die Marmelade vom Frühstück im kleinen Glas, selbst eingekocht 1 bis 2 Euro pro Glas mit Etikett. Pro Zimmer ein Glas bei der Abreise, nicht pro Person. Für Fluggäste nimm Gläser mit höchstens 100 Gramm, ein großes Glas bleibt an der Sicherheitskontrolle hängen.
- Honig, Bergkäse, Kaffee vom Röster oder ein kleiner Schnaps vom Brenner im Ort, 5 bis 12 Euro. Für Stammgäste und lange Aufenthalte. Frag den Erzeuger nach einem Preis für 30 Stück und erzähl Gästen, wer es macht. Oft fahren sie im nächsten Urlaub selbst hin.
- Die Wiederkommer-Karte: später Check-out, das Zimmer mit Balkon, wenn es frei ist, oder das Lunchpaket für die erste Wanderung. Kostet dich fast nichts und ist ein Grund, direkt bei dir zu buchen statt beim Portal.
- Eine Wanderkarte oder Radkarte der Gegend, auf der du deine drei Lieblingstouren von Hand eingezeichnet hast, 3 bis 6 Euro. Für Gäste, die beim Abschied sagen, dass sie im Sommer wiederkommen.
- Ein Wandkalender mit zwölf Fotos von deinem Haus durchs Jahr, in kleiner Auflage 10 bis 15 Euro pro Stück. Für Firmen, die oft buchen, und die treuesten Stammgäste. Er hängt ein Jahr lang im Büro oder in der Küche, und im März sieht man deine Terrasse im Sommer.
- Für Firmenkunden: ein Korb mit Spezialitäten aus der Region für die Person, die bei dir bucht, 20 bis 40 Euro. Sie hat die Arbeit mit Namenslisten und Änderungen und bekommt sonst nie einen Dank.
- Für Paare, die bei dir geheiratet oder gefeiert haben: eine Karte zum ersten Jahrestag mit dem Angebot, dass das Frühstück für zwei auf dich geht, wenn sie wiederkommen, etwa 15 bis 25 Euro Wareneinsatz.
- Für Kinder von Familiengästen: ein Ausmalbild von deinem Haus mit ein paar Buntstiften, unter 2 Euro. Das Bild hängt oft noch Monate am Kühlschrank.
Wen du beschenkst und mit wie viel
Eine Pension mit 15 Zimmern hat im Jahr schnell 1.000 Anreisen und mehr. Allen etwas Persönliches zu geben, ist weder nötig noch bezahlbar. Teil deine Gäste und Partner so auf:
| Wer | Wie viele | Wie viel | Was passt |
|---|---|---|---|
| Alle Gäste bei der Abreise | jedes Zimmer | 1 bis 2 Euro | Marmeladenglas oder Postkarte vom Haus |
| Stammgäste, ab dem dritten Besuch | 40 bis 120 | 5 bis 15 Euro | Karte im Dezember, Honig oder Käse wartet bei der nächsten Anreise im Zimmer |
| Firmen, die regelmäßig Zimmer buchen | 5 bis 20 | 20 bis 40 Euro | Korb aus der Region oder Kalender für die Person, die bucht |
| Hochzeitspaare und Familien mit großem Fest bei dir | 2 bis 15 | 10 bis 25 Euro | Karte zum Jahrestag mit Frühstück aufs Haus |
| Partner im Ort: Tourist-Info, Skischule, Busunternehmen, das Haus nebenan | 3 bis 10 | Plätzchen bis 30 Euro | etwas aus deiner Küche fürs ganze Team, mit Karte |
Rechnen wir mit einem Haus mit 15 Zimmern und rund 1.100 Abreisen im Jahr: ein Glas Marmelade pro Zimmer zu 1,20 Euro sind gut 1.300 Euro im Jahr, verteilt über die Saison. 60 Stammgäste bekommen eine Karte mit Porto für rund 2 Euro und bei der nächsten Anreise ein Glas Honig für 8 Euro, zusammen 600 Euro. 10 Firmen bekommen einen Korb für je 30 Euro, das sind 300 Euro. 6 Partner im Ort bekommen Plätzchen und eine Karte für je 20 Euro, 5 Paare ein Jahrestagsfrühstück für je 20 Euro, zusammen 220 Euro. Insgesamt rund 2.400 Euro. Das klingt nach viel, doch schon 40 Buchungen, die direkt statt übers Portal kommen, sparen dir ungefähr so viel Provision.
Abreise, Weihnachtspost oder nächste Anreise?
Ein Hotel hat mehrere gute Momente für ein Geschenk, und jeder passt zu anderen Gästen. Nimm nicht für alle denselben.
- Bei der Abreise: für alle Gäste, beim Bezahlen an der Rezeption. Der Gast nimmt etwas von dir mit nach Hause. Aus deiner Hand ist es ein Abschied, auf dem Zimmer wäre es nur Ausstattung.
- Im Dezember per Post: nur eine Karte, kein Paket. Ein Päckchen mit Glas kostet mehr Porto als der Inhalt, und Gläser kommen nicht immer heil an. Schreib auf die Karte, dass bei der nächsten Anreise etwas auf sie wartet.
- Bei der nächsten Anreise: das Geschenk steht im Zimmer, mit einer Karte, auf der ihr Name steht. Für Stammgäste ist das der schönste Moment, weil sie merken, dass du dich an sie erinnerst.
- Zum Jahrestag: für Paare, die bei dir geheiratet oder Silberhochzeit gefeiert haben. Eine Karte ein Jahr später kommt garantiert ohne Konkurrenz an.
- Für Firmen und Partner: Anfang Dezember persönlich vorbeibringen, bevor ihre Büros zwischen den Jahren schließen und du selbst Betriebsurlaub machst.
Arbeitet die Tourist-Info für die Gemeinde, gelten dort oft strenge Regeln für Geschenke an einzelne Mitarbeiter. Ein Teller Plätzchen fürs ganze Team ist der sichere Weg.
Was auf die Karte kommt
Die Karte gehört zum Geschenk und sagt, warum es gerade dieses ist. Ein Satz zur Herkunft, ein Satz zu diesem Gast. Wie oft jemand bei dir war und in welchem Zimmer, zeigt dir dein Buchungsprogramm. Die Texte für Weihnachtskarten ohne Geschenk stehen auf einer eigenen Seite.

- Auf dem Anhänger am Marmeladenglas: „Eingekocht im August aus den Zwetschgen hinter dem Haus. Für Ihr erstes Frühstück daheim. Gute Heimreise! Familie Berger“
- Im Zimmer bei der nächsten Anreise: „Liebe Frau Lindner, lieber Herr Lindner, Ihr fünfter Sommer in Zimmer 7. Der Waldhonig ist vom Imker, an dessen Bienenstöcken Sie jeden Morgen vorbeiwandern. Schön, dass Sie wieder da sind! Anna Berger“
- An die Person, die für die Firma bucht: „Liebe Frau Krause, 46 Nächte für Ihre Monteure in diesem Jahr, und jede Buchung kam mit Namen und Abreisetag. Danke dafür! Für die nächste Kaffeepause ein Stück aus unserer Gegend. Ihr Team vom Gasthof Linde“
- Zum ersten Hochzeitstag: „Liebe Lena, lieber Tom, vor einem Jahr habt ihr bei uns im Garten getanzt, bis der Regen kam. Wenn ihr zum Jahrestag wiederkommt, geht das Frühstück für zwei auf uns.“
- An die Tourist-Info: „Liebes Team, jede Woche schickt ihr uns Gäste, die bei euch nach einem Zimmer fragen. Dafür ein Blech Plätzchen aus unserer Küche, für alle. Frohe Weihnachten!“
- Die Wiederkommer-Karte: „Diese Karte ist ein später Check-out bis 14 Uhr wert, bei Ihrem nächsten Besuch. Erwähnen Sie sie einfach, wenn Sie direkt bei uns buchen.“
Dein Fahrplan durchs Jahr
Vor der Saison: Erzeuger und Gläser
Frag Imker, Käserei oder Brennerei im Ort, ob sie dir kleine Größen für deine Gäste abfüllen. Kauf Gläser, Anhänger und Stempel auf Vorrat. Die Marmelade kochst du in der Saison, wenn das Obst da ist.
Bei jeder Abreise: an der Rezeption
Die Gläser stehen in einem Korb hinter dem Tresen, nicht davor. Wer bezahlt hat, bekommt eins in die Hand, mit einem Satz zum Abschied. So wird es ein Geschenk und kein Mitnahmeartikel.
Oktober: Liste aus dem Buchungsprogramm
Zieh dir alle Gäste mit drei und mehr Aufenthalten, die Firmen mit den meisten Nächten und die Hochzeitspaare. Notier dir bei jedem, woran du dich erinnerst: Zimmer, Hund, Lieblingstour.
Mitte November: bestellen
Kalender mit Fotos brauchen in kleiner Auflage oft zwei Wochen, Körbe aus der Region bestellst du vor dem Weihnachtsgeschäft der Hofläden.
Anfang Dezember: Firmen und Partner
Bring Körbe und Plätzchen persönlich vorbei, solange die Büros noch besetzt sind. Wer in der Firma bucht, sitzt oft nicht am Empfang, frag nach ihr.
Vor dem 21. Dezember: Post an Stammgäste
Laut Deutscher Post kommen Karten im Inland rechtzeitig vor dem Fest an, wenn sie bis zum 21. Dezember im Kasten sind. Nach Österreich, in die Schweiz und ins Ausland früher. Trag im Buchungsprogramm ein, dass bei der nächsten Anreise ein Geschenk ins Zimmer kommt.

Was du besser lässt
- „10 Prozent auf Ihre nächste Buchung“ als Geschenk. Das klingt nach Portal-Newsletter, nicht nach Dank. Ein später Check-out oder das Zimmer mit Balkon fühlt sich nach mehr an und kostet dich weniger.
- Kugelschreiber und Schlüsselbänder mit Logo. Den Kuli mit deinem Namen hat der Gast schon vom Nachttisch mitgenommen.
- Wein oder Schnaps für alle bei der Abreise. Viele fahren gleich los, manche haben Kinder dabei, Fluggäste kommen damit nicht durch die Kontrolle.
- Ein Paket an Stammgäste quer durchs Land. Porto, Bruch und Paketshop fressen die Freude auf. Die Karte reicht, das Geschenk wartet im Zimmer.
- Ein Korb über 50 Euro für die Firma, die am meisten bucht. Ab dieser Grenze kannst du ihn nicht mehr absetzen, und für die Person dort kann er eine Einnahme sein, die sie erklären muss.
- Stark duftende Seifen oder Raumsprays mit dem Hotelduft. Was im Bad angenehm war, ist zu Hause im Schrank oft zu viel.
Steuer in Kürze
- Was jeder Gast während des bezahlten Aufenthalts bekommt, etwa das Betthupferl, das Wasser auf dem Zimmer oder die Begrüßungspraline, gehört meist zu deiner Leistung und nicht zu den Geschenken. Wie du es buchst, sagt dir deine Steuerberatung.
- Geschenke ohne Bezug zu einer bezahlten Übernachtung, etwa an Stammgäste im Dezember, an Firmen oder an Partner im Ort, kannst du bis 50 Euro pro Empfänger und Jahr absetzen. Für alle über 10 Euro notierst du Name, Datum, Geschenk und Preis. Kleinigkeiten bis 10 Euro an viele brauchen keine Namensliste.
- Für die Person, die in einer Firma bei dir bucht, kann dein Geschenk eine Einnahme sein. Du kannst die Steuer dafür pauschal mit 30 Prozent übernehmen und sagst es ihr dann. Für Urlaubsgäste gilt das nicht.
- Ein Rabatt auf die nächste Buchung ist kein Geschenk, sondern ein Preisnachlass, wenn er eingelöst wird. Bevor du eine Gratisnacht verschenkst, frag deine Steuerberatung, wie sie für die 50-Euro-Grenze zählt.
In Österreich sind Geschenke an Kunden meist nicht absetzbar, kleine Werbegeschenke mit Logo und Warenproben eher. In der Schweiz gibt es keine feste Grenze, dort fragst du deine Treuhand.
Alle Regeln zu Kundengeschenken, auch für Österreich und die Schweiz
Das ist ein Überblick und keine Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, weiß deine Steuerberatung.
Häufige Fragen
Was schenkt man Hotelgästen zum Abschied?
Etwas Kleines aus deiner Gegend, das daheim benutzt wird: die Marmelade vom Frühstück im kleinen Glas, Honig vom Imker im Ort oder eine Wanderkarte mit deinen Lieblingstouren. Gib es pro Zimmer bei der Abreise an der Rezeption, mit einem Satz zum Abschied.
Was schenke ich Stammgästen meines Hotels zu Weihnachten?
Eine handgeschriebene Karte im Dezember und ein Geschenk für 5 bis 15 Euro, das bei der nächsten Anreise im Zimmer wartet. Das spart Porto und Bruch und zeigt ihnen, dass du dich an sie erinnerst.
Wie viel darf ein Geschenk an Firmenkunden kosten?
In Deutschland bis 50 Euro pro Empfänger und Jahr, wenn du es absetzen willst. Für die Person, die in der Firma bucht, kann das Geschenk eine Einnahme sein. Die Steuer dafür kannst du pauschal übernehmen. Ein Korb für 20 bis 40 Euro ist üblich.
Ist das Betthupferl im Zimmer ein Geschenk?
Meist nicht. Was jeder Gast während des bezahlten Aufenthalts bekommt, gehört in der Regel zu deiner Leistung. Geschenke im steuerlichen Sinn sind eher die Dinge, die du ohne Bezug zu einer Übernachtung gibst. Wie du was buchst, klärst du mit deiner Steuerberatung.
Welche Werbegeschenke passen zu einem Hotel?
Dinge, die nach deiner Gegend schmecken oder an den Urlaub erinnern: regionale Spezialitäten, ein Kalender mit Fotos vom Haus, eine Wanderkarte mit Tipps. Kugelschreiber und Schlüsselbänder liegen ohnehin schon im Zimmer.
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