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Illustration: Umzugskarton, Brot mit Salz, Hausschlüssel mit roter Schleife und eine kleine Pflanze auf Wolken

Kundengeschenke für Immobilienmakler: wer wann was bekommt

Der beste Moment für ein Kundengeschenk ist nicht Weihnachten, sondern die Schlüsselübergabe. Hier steht, wer was bekommt, was es kosten darf und was auf die Karte kommt.

Von Darian, Social-Media-Experteaktualisiert am

Kurz gesagt

Als Makler begleitest du einen Kunden ein paar Monate lang sehr eng und siehst ihn danach oft jahrelang nicht. Das Geschenk soll dafür sorgen, dass er sich an dich erinnert, wenn er selbst wieder verkauft oder ein Nachbar nach einem guten Makler fragt. Deshalb gehört es zur Schlüsselübergabe, wenn alle im leeren Haus stehen und der Moment wirklich zählt.

Käufer bekommen etwas für die erste Nacht und eine Mappe mit allem, was man im neuen Haus wissen muss. Verkäufer bekommen etwas zum Abschied von ihrem Haus, etwa das schönste Foto aus dem Exposé, gerahmt. Beides kostet 15 bis 45 Euro. Zu Weihnachten gehen Karten an frühere Kunden und echte Geschenke nur an die wenigen, die dir Aufträge bringen: Vermieter, Hausverwaltungen, Tippgeber.

Eine Provision von über 10.000 Euro verleitet zum großen Präsentkorb. Lass es: Über 50 Euro netto pro Person und Jahr kannst du in Deutschland gar nichts mehr absetzen. Wer dir einen Verkäufer vermittelt hat, bekommt besser eine vorher vereinbarte Tippgeber-Provision als einen teuren Korb.

Ideen für Käufer, Verkäufer und Mieter, mit Preisen

Die besten Geschenke helfen beim Einzug oder beim Abschied und kommen aus dem, was du über das Haus ohnehin weißt. Die Preise sind grobe Ladenpreise.

Foto: offene Kiste mit Glühbirnen, Klopapier und Kerzen, daneben Brot mit Salz, eine Mappe und Schlüssel in einer leeren Küche
Am Einzugsabend findet keiner die Glühbirnen. Mit der Kiste musst du sie nicht suchen.
  • Die Erste-Nacht-Kiste für Käufer, etwa 15 bis 25 Euro: Glühbirnen, Klopapier, Kerzen und Streichhölzer, ein Cutter für die Kartons, zwei Flaschen Wasser und der Flyer der nächsten Pizzeria. Am Einzugsabend fehlt genau das, und keiner weiß, in welchem Karton es steckt.
  • Brot und Salz vom Bäcker um die Ecke, 5 bis 8 Euro. Der alte Brauch zum Einzug, und nebenbei lernt die Familie gleich ihren neuen Bäcker kennen.
  • Die Hausmappe für Käufer, ein paar Euro und eine Stunde Arbeit: Übergabeprotokoll mit Zählerständen, Kopie des Energieausweises, Grundrisse, Abfuhrkalender und die Nummern von Schornsteinfeger, Heizungsfirma und Dachdecker, die der Verkäufer genutzt hat. Frag den Verkäufer danach, er gibt sein Wissen meist gern weiter.
  • Für Verkäufer das schönste Foto aus dem Exposé, gedruckt und gerahmt, 20 bis 35 Euro. Wer 30 Jahre in einem Haus gelebt hat, hat es selten so schön fotografiert gesehen.
  • Für Verkäufer mit Garten ein Ableger aus dem eigenen Beet im Topf, unter 5 Euro, für den Balkon der neuen Wohnung. Passt besonders, wenn sie ins Kleinere oder ins betreute Wohnen ziehen.
  • Ein Zollstock mit deinem Namen für Käufer nach dem Notartermin, 2 bis 6 Euro. In den Wochen bis zur Übergabe wird jede Wand für Sofa und Küche ausgemessen.
  • Für Mieter eine Willkommenskarte mit Abfuhrtagen, Hausordnung in drei Sätzen und der Nummer der Hausverwaltung, ein paar Cent.

Wen du beschenkst und mit wie viel

Ein kleines Maklerbüro hat im Jahr ein paar Dutzend Verkäufe und Vermietungen, dazu einige Vermieter und Tippgeber, die immer wieder etwas bringen. So verteilst du dein Budget.

WerWie vieleWie vielWas passt
Käufer bei der Schlüsselübergabe10 bis 3015 bis 40 EuroErste-Nacht-Kiste, Brot und Salz, Hausmappe
Verkäufer10 bis 3020 bis 45 Eurogerahmtes Exposéfoto, Ableger aus dem Garten, Karte
Vermieter und Hausverwaltungen mit laufenden Aufträgen3 bis 1530 bis 50 Euro zu WeihnachtenKorb aus der Region, Frühstück fürs Büro
Mieter10 bis 60unter 5 EuroWillkommenskarte mit Abfuhrtagen, Zollstock
Tippgeber3 bis 15Provision nach Absprache oder Dank bis 50 Eurosiehe nächster Abschnitt
Frühere Kunden50 bis 3001 bis 2 EuroWeihnachtskarte oder Karte zum ersten Jahr im Haus

Ein Beispiel für ein Büro mit 20 Verkäufen und 15 Vermietungen im Jahr: 20 Käufer zu je 30 Euro sind 600 Euro, 20 Verkäufer zu je 35 Euro sind 700 Euro. 15 Mieter bekommen Karte und Zollstock für zusammen etwa 60 Euro. 6 Vermieter zu je 45 Euro sind 270 Euro. 150 Karten an frühere Kunden kosten mit Porto rund 225 Euro. Zusammen gut 1.850 Euro, ohne Tippgeber-Provisionen. Zum Vergleich: Bei 3,57 Prozent auf ein Haus für 350.000 Euro bringt eine einzige Seite eines Verkaufs rund 12.500 Euro brutto.

Tippgeber: Dankeschön oder Provision

Die Nachbarin, die erzählt, dass das Ehepaar gegenüber ins Seniorenheim zieht. Der Hausmeister, der weiß, welche Wohnung bald frei wird. Solche Hinweise bringen Aufträge. Wie du dich bedankst, entscheidet auch über die Steuer.

  • Vereinbarst du vorher einen Betrag für einen Tipp, der zum Auftrag führt, ist das eine Provision und kein Geschenk. Du setzt sie voll ab, die 50-Euro-Grenze gilt nicht. Schreib die Absprache auf und zahl erst, wenn deine eigene Provision da ist.
  • Für Privatleute ist die Provision eine Einnahme. Sie bleibt steuerfrei, wenn alle solchen Einnahmen im Jahr zusammen unter 256 Euro liegen. Ab 256 Euro ist der ganze Betrag zu versteuern, nicht nur der Teil darüber. Sag das deinem Tippgeber, bevor er sich wundert.
  • Ein Dank ohne vorherige Absprache, etwa ein Gutschein fürs Restaurant im Ort, wird meist wie ein Geschenk behandelt: bis 50 Euro netto, mit Name auf der Liste. Wo die Grenze im Einzelfall liegt, klärst du mit deiner Steuerberatung.
  • Bankberater, Angestellte von Hausverwaltungen und Beschäftigte im öffentlichen Dienst dürfen von ihrem Arbeitgeber aus oft weder Provisionen noch größere Geschenke annehmen. Frag vorher, statt sie in Verlegenheit zu bringen.

Notartermin oder Schlüsselübergabe?

Beim Notar wird eine Stunde lang der Vertrag vorgelesen, alle sind angespannt, und auf dem Tisch liegen Ausweise und Unterlagen. Ein Geschenkkorb wirkt dort fehl am Platz. Schick nach dem Termin eine kurze Nachricht: Geschafft, und wann die Übergabe ist.

Foto: Hausschlüssel werden an der offenen Haustür übergeben, im Flur ein Klemmbrett auf einem Umzugskarton
Die Schlüssel wechseln die Hand, im Flur liegt das unterschriebene Protokoll. Erst danach kommen die Geschenke.

Bis zur Übergabe vergehen meist einige Wochen, weil erst der Kaufpreis fließen muss. Dann stehen Käufer und Verkäufer im leeren Haus, die Zähler werden abgelesen und die Schlüssel wechseln die Hand. Das ist dein Moment: erst das Protokoll, dann die Geschenke, für beide Seiten getrennt.

Zahlen dir bei Wohnung oder Einfamilienhaus beide Seiten Provision, dann zahlen sie in Deutschland gleich viel. Schenk dann auch beiden ungefähr gleich viel. Ein sichtbar größerer Korb für den Verkäufer lässt den Käufer fragen, für wen du eigentlich arbeitest. Dem Notar und seinem Büro schenkst du nichts für die Zusammenarbeit: Notare müssen neutral bleiben und dürfen sich an keiner Vermittlung beteiligen. Eine Weihnachtskarte ans Büro ist in Ordnung.

Was auf die Karte kommt

Auf die Karte gehört, was nur dieses Haus und diese Familie haben: die Straße, der Kirschbaum, die Jahre, die jemand dort gewohnt hat. Schreib von Hand und unterschreib mit deinem Vornamen und Namen, nicht nur mit dem Büro.

Foto: gerahmtes Foto des eigenen Hauses mit Kirschbaum auf einem Umzugskarton im ausgeräumten Wohnzimmer
Für Verkäufer ist das gerahmte Exposéfoto oft das schönste Bild, das es je von ihrem Haus gab.
  • An Käufer bei der Übergabe: „Liebe Familie Demir, ab heute klingelt es bei Ihnen. In der Kiste ist alles für die erste Nacht, in der Mappe alles für die nächsten Jahre. Viel Freude im Ahornweg! Ihre Katrin Vogel“
  • An Verkäufer: „Lieber Herr Albers, 38 Jahre Lindenstraße 4. Jetzt wohnt dort eine Familie mit zwei Kindern, die den Kirschbaum schon heute liebt. Danke für Ihr Vertrauen und alles Gute im neuen Zuhause!“
  • An die Tippgeberin: „Liebe Frau Brandt, ohne Ihren Hinweis hätte ich die Familie Ihrer Nachbarn nie kennengelernt. Der Verkauf ist gut gelaufen, und das verdanke ich auch Ihnen. Herzlichen Dank!“
  • An einen Vermieter zu Weihnachten: „Vier Wohnungen, vier gute Mieter in diesem Jahr. Danke, dass Sie mir Ihre Häuser anvertrauen, und frohe Weihnachten!“
  • Zum ersten Jahr im Haus: „Heute vor einem Jahr haben Sie die Schlüssel bekommen. Ich hoffe, Sie sind gut angekommen. Und wenn Freunde ein Zuhause suchen oder eins verkaufen wollen, wissen Sie ja, wo Sie mich finden.“
  • An neue Mieter: „Willkommen in der Gartenstraße 12! Die gelbe Tonne kommt jeden zweiten Dienstag, die Nummer der Hausverwaltung steht unten. Gute Zeit in der neuen Wohnung!“

Dein Fahrplan, vom Notartermin bis Weihnachten

  1. Nach dem Notartermin

    Eine kurze Nachricht an beide Seiten, dem Käufer den Zollstock. Trag den Übergabetermin in den Kalender ein und frag den Verkäufer gleich nach Handwerkern, Schornsteinfeger und Abfuhrkalender für die Hausmappe.

  2. Eine Woche vor der Übergabe

    Kiste packen, Brot beim Bäcker bestellen, das Exposéfoto drucken und rahmen lassen. Karten schreiben, solange du noch weißt, was du mit den beiden erlebt hast.

  3. Bei der Schlüsselübergabe

    Erst Rundgang, Zählerstände und Protokoll, dann die Geschenke. Frag die Käufer, ob du ein Foto von ihnen mit den Schlüsseln vor der Tür machen und zeigen darfst. Ohne Ja kein Foto, ohne Hausnummer im Bild.

  4. Vier Wochen später

    Ruf an und frag, wie die ersten Wochen waren. Wenn sie zufrieden sind, bitte um eine Google-Bewertung. Jetzt ist der Ärger mit dem Umzug vorbei und die Freude über das Haus noch frisch.

  5. Anfang November

    Liste aus deinem Programm: Vermieter, Hausverwaltungen und Tippgeber des Jahres bekommen ein Geschenk, alle früheren Käufer und Verkäufer eine Karte. Bis Mitte Dezember ist alles verteilt.

Was du besser lässt

  • Den großen Korb für über 50 Euro, weil die Provision so hoch war. Dann kannst du gar nichts absetzen, und der Kunde rechnet ohnehin nicht nach, sondern erinnert sich an die Idee.
  • Die Fußmatte mit deinem Logo vor der neuen Haustür. Die Tür gehört jetzt den Käufern, nicht deiner Werbung. Ein kleiner Aufkleber auf der Kiste reicht.
  • Sekt als Standard bei jeder Übergabe. Einer muss noch den Transporter fahren, und nicht jeder trinkt. Sekt passt nur, wenn du weißt, dass die beiden gern anstoßen.
  • Geld oder Gutscheine an Tippgeber ohne schriftliche Absprache. Dann weiß hinterher keiner, ob es Dank oder Provision war, und die Steuer stimmt für beide nicht.
  • Fotos von Haus und neuen Eigentümern in deinem Instagram-Konto ohne deren Einverständnis. Frag bei der Übergabe und zeig keine Hausnummern oder Kennzeichen.

Steuer in Kürze

  • Bis 50 Euro netto pro Person und Jahr kannst du ein Geschenk absetzen. Käufer und Verkäufer sind verschiedene Empfänger. Bekommt ein Vermieter im Sommer eine Flasche Wein und im Dezember einen Korb, zählt beides zusammen.
  • Für jedes Geschenk über 10 Euro notierst du Name, Anlass und Preis, etwa „Familie Demir, Erste-Nacht-Kiste, Übergabe 14.3., 28 Euro“. Der Zollstock mit Logo für alle braucht keine Namensliste.
  • Eine vorher vereinbarte Tippgeber-Provision ist kein Geschenk und kein Fall für die 50 Euro. Du setzt sie voll ab, der Tippgeber muss sie versteuern, sobald seine Einnahmen dieser Art im Jahr 256 Euro erreichen.
  • Vermieter, Hausverwaltungen und Bauträger bekommen dein Geschenk geschäftlich. Für sie kann es eine Einnahme sein, du kannst die Steuer dafür pauschal mit 30 Prozent übernehmen. Für private Käufer, Verkäufer und Mieter gilt das nicht.

In Österreich sind Geschenke an Kunden meist nicht absetzbar, kleine Werbegeschenke mit Logo und Warenproben eher. In der Schweiz gibt es keine feste Grenze, dort fragst du deine Treuhand.

Alle Regeln zu Kundengeschenken, auch für Österreich und die Schweiz

Tipp

Das ist ein Überblick und keine Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, weiß deine Steuerberatung.

Häufige Fragen

Was schenkt man Käufern bei der Schlüsselübergabe?

Etwas, das am Einzugstag hilft: eine Kiste mit Glühbirnen, Klopapier, Kerzen und dem Flyer der nächsten Pizzeria, dazu Brot und Salz vom Bäcker im Ort und eine Mappe mit Protokoll, Zählerständen und den Handwerkern des Vorbesitzers. Zusammen meist 15 bis 40 Euro.

Sollte ich als Makler zum Notartermin ein Geschenk mitbringen?

Besser nicht. Beim Notar sind alle angespannt und mit dem Vertrag beschäftigt. Schick nach dem Termin eine kurze Nachricht und heb das Geschenk für die Schlüsselübergabe auf.

Was schenkt ein Makler dem Verkäufer?

Etwas zum Abschied vom Haus: das schönste Foto aus dem Exposé, gerahmt, oder bei einem Garten einen Ableger im Topf für den neuen Balkon. Dazu eine Karte, die nennt, wer jetzt dort wohnt. Bleib unter 50 Euro netto, dann kannst du es absetzen.

Muss ein Tippgeber seine Provision versteuern?

Als Privatperson ja, sobald seine Einnahmen aus solchen Vermittlungen im Jahr 256 Euro erreichen. Dann ist der ganze Betrag steuerpflichtig. Für dich ist eine vorher vereinbarte Provision kein Geschenk, du setzt sie voll ab.

Bekommen Mieter auch ein Geschenk vom Makler?

Eine Kleinigkeit reicht, etwa eine Willkommenskarte mit Abfuhrtagen und der Nummer der Hausverwaltung. Bei Mietwohnungen zahlt in Deutschland und Österreich meist der Vermieter die Provision. Der Mieter ist trotzdem ein künftiger Käufer.

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