
Werbegeschenke für die Kfz-Werkstatt: was im Winter hilft
Für Privatkunden beim Reifenwechsel, für Flottenkunden im Dezember. Was in der Werkstatt ankommt, was es kostet und was auf die Karte am Armaturenbrett kommt.
Von Lisanne, Online-Marketing-Expertinaktualisiert am
Kurz gesagt
In der Werkstatt kommt Weihnachten früh. Die meisten Privatkunden siehst du zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember beim Reifenwechsel, danach oft erst wieder zu Ostern. Wer mit dem Dank bis Weihnachten wartet, verpasst sie. Das Geschenk für Privatkunden fährt deshalb jetzt mit vom Hof: ein Eiskratzer mit deinem Namen in der Türablage und eine Karte am Armaturenbrett.

Im Dezember sind die wenigen dran, die dir das ganze Jahr Arbeit bringen: der Pflegedienst mit acht Kleinwagen, der Elektriker mit drei Transportern, das Taxiunternehmen. Für sie darf es bis 50 Euro pro Betrieb sein, am besten etwas für die ganze Mannschaft, persönlich vorbeigebracht.
Das Geschenk mit der größten Wirkung kostet fast nichts: das Auto besser zurückgeben, als es gekommen ist. Wischwasser mit Frostschutz aufgefüllt, Scheiben innen geputzt, Licht kurz geprüft. Sag es nur dazu, auf der Karte oder als Zeile auf der Rechnung. Für etwas, das keiner merkt, bedankt sich auch keiner.
Ideen aus der Werkstatt, mit Preisen
Gute Geschenke für Autofahrer helfen am ersten Frostmorgen und liegen dann jahrelang im Auto. Die Preise sind grobe Preise für kleine Mengen, im Teilehandel oft günstiger.

- Eiskratzer mit deinem Namen und deiner Nummer, je nach Modell und Menge etwa 20 Cent bis 2,50 Euro. Für alle, die zum Reifenwechsel kommen. Nimm das stabile Modell, das dünne bricht beim ersten Eispanzer und erinnert dann an dich, nur leider falsch.
- Eine kleine Wintertüte aus Enteiserspray, Eiskratzer und Mikrofasertuch, zusammen etwa 5 bis 9 Euro. Für die treuesten Privatkunden und alle, die ihr Auto an der Straße parken. Das Spray kommt im Teilehandel auf 3 bis 6 Euro, das Tuch auf rund 1 Euro.
- Wischwasser mit Frostschutz auffüllen und das Licht prüfen, Material für ein paar Euro und fünf Minuten. Für jedes Auto, das im Winter vom Hof geht. Den kostenlosen Licht-Test kennen viele aus dem Oktober, im Dezember wirkt er noch einmal, weil es um 16 Uhr dunkel ist.
- Ein Reifendruckprüfer, etwa 4 bis 10 Euro, für Kunden mit neuen Reifen. Schreib den richtigen Druck für ihr Auto auf die Karte dazu. Wo der Wert steht, wissen die wenigsten: im Tankdeckel oder im Rahmen der Fahrertür.
- Ein Duftbaum mit mildem Duft, etwa 1,50 bis 2 Euro. Für Kunden, deren Auto nach Hund, Kindersitz oder Sporttasche riecht. Leg ihn in die Tüte, häng ihn nicht selbst an den Spiegel. Duft ist Geschmackssache.
- Ein Gutschein für die Waschstraße um die Ecke, etwa 7 bis 13 Euro. Für Kunden nach einer großen Reparatur oder einem Unfallschaden. Frag den Betreiber nach einer Zehnerkarte, die ist meist günstiger.
- Ein Kärtchen fürs Handschuhfach mit deiner Nummer und den drei Dingen, die bei einer Panne zuerst zu tun sind, ein paar Cent im Druck. Für alle, die du abgeschleppt oder nach einer Panne geholt hast. Beim nächsten Mal rufen sie dich und nicht die erste Nummer aus dem Netz.
Wen du beschenkst und mit wie viel
Ein freier Betrieb mit vier Leuten hat ein paar Firmen, die mit mehreren Autos kommen, ein paar hundert Privatkunden mit Rädern im Lager und dazu alle, die einmal mit Panne vor dem Tor standen. So teilst du das Geld auf.
| Wer | Wie viele | Wie viel | Was passt |
|---|---|---|---|
| Flottenkunden: Pflegedienst, Handwerksbetrieb, Taxi, Lieferdienst | 3 bis 10 Betriebe | bis 50 Euro pro Betrieb | Frühstück oder Kiste fürs Team, Enteiser für jedes Fahrzeug |
| Fahrerinnen und Fahrer der Flottenautos | 10 bis 40 | unter 5 Euro | Eiskratzer, Enteiser, ein Kaffee bei der Abgabe |
| Privatkunden mit eingelagerten Rädern | 100 bis 400 | 1 bis 3 Euro | Eiskratzer und Karte, Wischwasser aufgefüllt |
| Die treuesten Privatkunden | 20 bis 50 | 5 bis 9 Euro | Wintertüte, Reifendruckprüfer |
| Nach großer Reparatur oder Unfallschaden | 10 bis 30 | 7 bis 13 Euro | Gutschein für die Waschstraße |
Ein Beispiel für einen Meisterbetrieb mit vier Leuten und rund 250 eingelagerten Radsätzen: 250 Eiskratzer zu je 1,20 Euro sind 300 Euro. 30 Wintertüten zu je 8 Euro sind 240 Euro. 5 Flottenkunden mit je fünf Autos bekommen ein Frühstück für 28 Euro und für jedes Auto ein Enteiserspray zu 4 Euro, also 48 Euro pro Betrieb und 240 Euro zusammen. 15 Waschstraßen-Gutscheine zu je 10 Euro kosten 150 Euro. Zusammen gut 900 Euro, verteilt von Oktober bis Weihnachten, und das meiste davon im Winter jeden Morgen in der Hand eines Kunden.
Die Übergabe: das Auto redet für dich
In der Wechselsaison holen viele ihr Auto abends ab, der Schlüssel liegt im Kasten am Tor, und keiner aus der Werkstatt ist mehr da. Dann muss das Auto selbst Danke sagen. Das geht in drei Handgriffen.
- Schutzfolie vom Sitz und Papiermatte aus dem Fußraum, dann Lenkrad, Schaltknauf und Türgriff kurz abwischen. Ein Geschenk neben einem öligen Daumenabdruck am Lenkrad hilft keinem.
- Das Geschenk auf den Beifahrersitz, nicht auf den Fahrersitz. Sonst setzt sich der Kunde im Dunkeln darauf.
- Die Karte aufrecht aufs Armaturenbrett, an die Scheibe gelehnt, mit einem Satz zu dem, was du gemacht hast. Das ist das Erste, was er beim Einsteigen sieht.
Wer sein Auto tagsüber abholt, bekommt dasselbe, dazu zwei Sätze an der Theke: was gemacht wurde, was als Nächstes kommt. „Die Bremsen halten noch gut einen Winter, im Frühjahr schauen wir wieder drauf“ ist für einen Kunden mehr wert als jeder Werbeartikel.
Flottenkunden: wer dort wirklich entscheidet
Bei einem Pflegedienst fahren zwanzig Leute im Schichtdienst acht Autos, aber den Werkstatttermin macht eine Person im Büro, oft die Pflegedienstleitung. Beim Elektriker ist es häufig die Person im Büro, die die Transporter einteilt, nicht der Chef auf der Baustelle. Beim Taxiunternehmen ist es der Unternehmer, gefahren wird aber rund um die Uhr. Schau in dein Werkstattprogramm, wer bei dir anruft und wer abholt. Diese zwei sind deine Empfänger.
Am besten kommst du dort an, wo alle sind: beim Pflegedienst zur Übergabe am frühen Morgen oder am Mittag, bei Handwerkern um sieben auf dem Hof, wenn die Transporter beladen werden. Ein Karton Brezeln und für jedes Auto ein Enteiserspray mit Kratzer, zehn Minuten Besuch, fertig. Die Fahrer merken sich, wessen Kratzer sie jeden Morgen benutzen, und sie sind es, die mit dem klappernden Auspuff zu dir kommen wollen oder eben nicht.
Was auf die Karte kommt
In der Werkstatt schreibst du keine Gedichte. Ein Satz zu dem, was du am Auto gemacht hast, und einer zum Dank. Schreib das Modell dazu statt „Ihr Fahrzeug“, und unterschreib mit dem Namen, den der Kunde an der Theke hört. Sie oder du, wie ihr es gewohnt seid.
- Am Armaturenbrett beim Reifenwechsel: „Winterräder sind drauf, Wischwasser mit Frostschutz ist aufgefüllt, das Licht ist geprüft. Der Eiskratzer in der Türablage ist von uns. Kommen Sie gut durch den Winter! Timo, Werkstatt Becker“
- An den Pflegedienst: „Liebes Team vom Pflegedienst Am Markt, 38 Mal waren eure Autos dieses Jahr bei uns, und meistens stand schon um sieben jemand vor dem Tor. Danke für euer Vertrauen und ruhige Feiertage! Timo und die ganze Werkstatt“
- An das Taxiunternehmen, an jedes Enteiserspray geklebt: „Für die Nachtschicht im Januar. Danke, dass ihr uns eure Wagen anvertraut, und immer eine gute Fahrt!“
- Nach der Unfallreparatur: „Liebe Frau Hahn, Ihr Golf sieht wieder aus wie vorher. Der Gutschein ist für die erste Wäsche, die hat er sich verdient. Gute Fahrt!“
- Nach einer Panne, fürs Handschuhfach: „Gut, dass Sie uns angerufen haben. Für das nächste Mal, das hoffentlich nie kommt: Unsere Nummer steht auf der Rückseite. Ihre Werkstatt Becker“
- Im Frühjahr, an alle, die im Herbst nicht da waren: „Lieber Herr Wolf, im Mai ist die HU für Ihren Kombi fällig. Wir schauen gern vorher drüber, damit es beim Prüfer keine Überraschung gibt. Rufen Sie einfach an.“
Dein Fahrplan, von der Wechselsaison bis Ostern
Jetzt im November: Kratzer bestellen, falls noch nicht da
Logo-Eiskratzer haben oft Mindestmengen von 50 bis einigen hundert Stück und brauchen meist ein bis drei Wochen. Für die zweite Hälfte der Wechselsaison und den ersten Frost reicht es noch. Bestell gleich so viele, wie du Radsätze im Lager hast.
Bei jedem Wechsel: das Auto vorbereiten
Wischwasser auffüllen, Licht prüfen, Kratzer in die Türablage, Karte aufs Armaturenbrett. Wer in der Annahme sitzt, schreibt die Karten morgens für die Autos des Tages, das sind ein paar Minuten zwischen zwei Telefonaten. Auf die Rechnung kommt eine Zeile ohne Preis: „Wischwasser mit Frostschutz und Lichtprüfung, ein Dank der Werkstatt“.
Mitte November: Flottenkunden aus dem Programm ziehen
Lass dir die Aufträge des Jahres pro Kunde anzeigen. Wer mit mehreren Autos kommt, steht oben. Schreib daneben, wer bei dir anruft, wer abholt und wie viele Autos es sind. Danach richtet sich, wie viele Enteiser du brauchst.
Anfang Dezember: bei den Flottenkunden vorbeifahren
Fahr morgens hin, wenn die Mannschaft da ist, und bring Frühstück und die Sprays mit. Nach dem 20. Dezember ist in vielen Betrieben schon Urlaub, und Pflegedienste haben in den Feiertagen andere Sorgen.
März und April: der zweite Durchgang
Zum Wechsel auf Sommerräder siehst du alle wieder, auch die, die im Herbst keinen Kratzer bekommen haben. Für sie gibt es dann das Mikrofasertuch gegen den Blütenstaub auf der Scheibe und eine Karte mit dem Termin der nächsten HU.

Was du besser lässt
- Gutscheine über Prozente auf die nächste Reparatur. Auf eine Reparatur freut sich keiner, und der Gutschein liegt bis zum Verfallsdatum im Handschuhfach.
- Alkohol, auch nicht für den Taxiunternehmer. Deine Kunden fahren, und ein Geschenk aus der Werkstatt neben dem Lenkrad sollte das nicht in Frage stellen.
- Kräftige Duftbäume, die du selbst aufhängst. In den Autos eines Pflegedienstes sitzen manchmal Patienten, und auch sonst mag nicht jeder Vanille im ganzen Auto.
- Dein Aufkleber auf der Heckscheibe oder ein Kennzeichenhalter mit deinem Namen, ungefragt montiert. Das Auto gehört dem Kunden, die Werbefläche auch.
- Billige Kratzer mit riesigem Logo. Der Kunde sieht dein Logo dann genau in dem Moment, in dem der Kratzer bricht.
Steuer in Kürze
- Bis 50 Euro pro Empfänger und Jahr kannst du ein Geschenk absetzen, ohne Umsatzsteuer gerechnet, wenn du Vorsteuer abziehst. Beim Flottenkunden zählst du Frühstück und Enteiser für die Autos zusammen, dann bist du auf der sicheren Seite.
- Eiskratzer, Wintertüten und Waschstraßen-Gutscheine bis 10 Euro, die viele bekommen, brauchen keine Namensliste. Alles darüber notierst du mit Name, Datum und Preis, etwa „Pflegedienst Am Markt, Frühstück und 5 Enteiser, 4.12.“.
- Pflegedienst, Handwerksbetrieb und Taxiunternehmen sind Firmen. Für sie kann dein Geschenk eine Einnahme sein. Du kannst die Steuer dafür pauschal übernehmen, 30 Prozent vom Wert, und sagst den Beschenkten Bescheid. Werbeartikel bis 10 Euro sind davon ausgenommen. Ob das für dich passt, klärst du mit deiner Steuerberatung.
- Für Privatkunden ist dein Geschenk steuerfrei. Für dich gelten trotzdem die 50 Euro und bei mehr als 10 Euro der Beleg mit Namen.
In Österreich sind Geschenke an Kunden meist nicht absetzbar, kleine Werbegeschenke mit Logo und Warenproben eher. In der Schweiz gibt es keine feste Grenze, dort fragst du deine Treuhand.
Alle Regeln zu Kundengeschenken, auch für Österreich und die Schweiz
Das ist ein Überblick und keine Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, weiß deine Steuerberatung.
Häufige Fragen
Was schenkt eine Kfz-Werkstatt ihren Kunden zu Weihnachten?
Privatkunden bekommen ihren Dank beim Reifenwechsel im Oktober und November, weil du sie im Dezember kaum siehst: einen Eiskratzer mit deinem Namen, aufgefülltes Wischwasser und eine Karte am Armaturenbrett. Flottenkunden wie Pflegedienst oder Handwerksbetrieb besuchst du Anfang Dezember mit Frühstück und Enteiser für jedes Auto.
Welche Werbegeschenke passen zu einer Autowerkstatt?
Dinge, die im Auto bleiben und im Winter helfen: ein stabiler Eiskratzer mit Logo und Telefonnummer, Enteiserspray, ein Mikrofasertuch, ein Reifendruckprüfer oder ein Kärtchen mit deiner Nummer fürs Handschuhfach. Die meisten kosten unter 10 Euro und brauchen dann keine Namensliste.
Wann verteilt eine Werkstatt Kundengeschenke am besten?
Dann, wenn das Auto bei dir ist. Für Privatkunden ist das der Reifenwechsel von Mitte Oktober bis Anfang Dezember, wer dann fehlt, bekommt seinen Gruß beim Wechsel im Frühjahr. Flottenkunden besuchst du in der ersten Dezemberhälfte, bevor die Betriebe in den Urlaub gehen.
Was schenke ich einem Pflegedienst, der seine Autos bei mir warten lässt?
Etwas für die ganze Mannschaft und etwas für die Autos: ein Frühstück zur Übergabe am Morgen und für jedes Fahrzeug ein Enteiserspray mit Kratzer. Zusammen bleibst du unter 50 Euro netto. Keine kräftigen Duftbäume, in diesen Autos sitzen manchmal Patienten.
Darf ich den Fahrern meiner Firmenkunden etwas schenken?
Ja, Kleinigkeiten wie Eiskratzer oder Enteiser bis 10 Euro sind unkompliziert und brauchen keine Namensliste. Bei teureren Geschenken an Beschäftigte anderer Firmen kann das für sie eine Einnahme sein. Dann sprich vorher mit deiner Steuerberatung.
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