
Kundengeschenke fürs Restaurant: was aus deiner Küche kommt
Ein Glas aus deiner Küche schlägt jeden Flaschenöffner mit Logo. Hier steht, was Stammgäste, Stammtisch und Firmenkunden bekommen, was es kostet und was aufs Etikett muss.
Von Lisanne, Online-Marketing-Expertinaktualisiert am
Kurz gesagt
Ein Restaurant hat, was kein Werbeartikel-Shop hat: eine Küche. Das Glühweingewürz, das im Topf am Eingang zieht, der Eierlikör nach dem Rezept der Chefin, das Chutney zur Käseplatte. Ein Glas davon kostet dich 2 bis 5 Euro Material, und der Gast nimmt ein Stück deines Hauses mit nach Hause. Den Kugelschreiber mit Logo nimmt er auch mit, aber nur aus Versehen.
Beschenk nicht alle gleich. Alle Gäste im Dezember bekommen eine Kleinigkeit zur Rechnung, Stammgäste ein Glas mit Karte, der Stammtisch etwas für den Tisch. Firmen, die bei dir die Weihnachtsfeier oder das Geschäftsessen buchen, bekommen einen Gutschein fürs Team, einzulösen in den ruhigen Wochen im Januar.
Wer Selbstgemachtes verschenkt, gibt als Betrieb Lebensmittel ab, auch wenn es nichts kostet. Ein Etikett mit Zutaten, Allergenen und Datum gehört deshalb aufs Glas. Eierlikör darf nur so heißen, wenn er mindestens 14 Prozent hat, und er geht wie Rumtopf nur an Erwachsene.
Ideen aus deiner Küche, mit Preisen
Was du ohnehin kochst, ist das beste Geschenk. Die Preise sind grobe Materialkosten für kleine Mengen, mit Glas und Etikett.

- Glühweingewürz im Leinen- oder Papiersäckchen: Zimtstangen, Nelken, Sternanis, getrocknete Orangenschale, dazu eine Karte „Auf eine Flasche Rotwein, nicht kochen lassen“. Etwa 1 bis 2 Euro. Hält monatelang und passt für alle, auch für Gäste, die nicht trinken, denn Alkohol ist keiner drin.
- Eierlikör in der kleinen Bügelflasche, 200 Milliliter, etwa 3 bis 4 Euro. Der Klassiker für Stammgäste ab 18, aber nur mit dem richtigen Rezept, mehr dazu weiter unten.
- Chutney oder Senf aus der eigenen Küche, etwa Apfel-Zwiebel zur Käseplatte oder Feigensenf zum Wild, 2 bis 4 Euro. Gekocht, mit Zucker und Essig, hält es sich besser als vieles andere aus dem Glas.
- Das Hausgewürz oder Kräutersalz, mit dem dein Koch das Steak würzt, 1 bis 3 Euro. Gäste fragen ohnehin danach.
- Plätzchen, Lebkuchen oder Cantuccini von der Patisserie, ein paar Stück in der Tüte, unter 1 Euro. Für alle, die im Dezember zahlen.
- Die Rezeptkarte für das Gericht, nach dem immer gefragt wird, etwa 50 Cent im Druck. Kostet fast nichts, und der Gast merkt beim Nachkochen, warum er lieber zu dir kommt.
- Ein Gutschein für die ruhigen Wochen, etwa „Ein Hauptgericht für zwei, gültig vom 7. Januar bis 28. Februar“. Dich kostet er den Wareneinsatz, und er bringt Gäste genau dann, wenn die Tische leer sind.
Wen du beschenkst und mit wie viel
Ein Restaurant mit 60 Plätzen sieht im Dezember Hunderte Gäste, aber nur ein paar Dutzend kommen jede Woche. So teilst du auf.
| Wer | Wie viele | Wie viel | Was passt |
|---|---|---|---|
| Alle Gäste im Dezember | 300 bis 600 | unter 1 Euro | Tütchen mit zwei Plätzchen oder ein Säckchen Glühweingewürz zur Rechnung |
| Stammgäste und Mittagsgäste, die jede Woche kommen | 30 bis 80 | 2 bis 5 Euro | Glas aus der Küche mit Karte, persönlich am Tisch |
| Stammtische | 1 bis 5 Tische | 15 bis 30 Euro pro Tisch | Eine Flasche Hauswein oder Eierlikör für den Tisch, eine Platte aufs Haus |
| Firmen, die bei dir feiern oder essen | 5 bis 20 | 25 bis 45 Euro pro Firma | Gutschein fürs Team im Januar, dazu ein Glas für die Person, die gebucht hat |
| Lieferanten und Nachbarn | 5 bis 10 | 3 bis 10 Euro | Glas mit Karte, für Metzger, Winzer, Bäcker und die Nachbarn, die den Lärm der Terrasse aushalten |
Ein Beispiel für ein Restaurant mit 60 Plätzen: 400 Tütchen Plätzchen zu je 40 Cent sind 160 Euro. 50 Stammgäste bekommen ein Glas für je 4 Euro, das sind 200 Euro. 3 Stammtische zu je 20 Euro sind 60 Euro. 8 Firmen bekommen einen Gutschein fürs Team, dich kostet jeder etwa 30 Euro Wareneinsatz, zusammen 240 Euro. 6 Lieferanten und Nachbarn zu je 6 Euro sind 36 Euro. Zusammen rund 700 Euro, und ein Teil davon kommt im Januar zurück, wenn eine Firma mit mehr Leuten kommt, als der Gutschein abdeckt.
Selbstgemachtes verschenken: Etikett, Haltbarkeit, Alkohol
Für das Lebensmittelrecht ist egal, ob du ein Glas verkaufst oder verschenkst. Du bist ein Betrieb, also gelten dieselben Pflichten wie für deine Speisekarte. Mit einem sauberen Etikett bist du auf der sicheren Seite, und der Gast weiß, bis wann er es essen sollte.
- Aufs Etikett: was drin ist, die Zutaten mit den Allergenen hervorgehoben, „hergestellt am“ und „haltbar bis“, wie man es lagert und dein Name mit Adresse. Gibst du das Glas persönlich über den Tresen, reicht in Deutschland streng genommen die Allergenangabe. Stehen die Gläser zum Mitnehmen im Regal, brauchst du fast alles davon. Ein volles Etikett ist einfacher, als jedes Mal zu überlegen.
- Allergene, die in Geschenken stecken: Milch im Eierlikör, Ei im Eierlikör, Senf und Sulfite im Chutney, Nüsse und Weizen in Plätzchen, Sellerie im Kräutersalz. Geh jedes Rezept einmal durch, so wie für die Karte.
- Pesto und Kräuter in Öl sind heikler, als sie aussehen. Unter Öl, ohne Luft, können sich Botulismus-Keime vermehren, besonders mit rohem Knoblauch. Wenn du Pesto verschenkst, dann frisch, gekühlt und mit dem Hinweis „im Kühlschrank lagern, bald aufbrauchen“. Für Gläser, die eine Woche in der Manteltasche verbringen, nimm lieber Chutney oder trockene Gewürze.
Eierlikör darf nur so heißen, wenn er mindestens 14 Prozent Alkohol hat, 140 Gramm Eigelb und 150 Gramm Zucker pro Liter. Messen kannst du das im fertigen Likör nicht, du rechnest es aus dem Rezept aus. Ein Beispiel: 6 Eigelb, 250 Gramm Zucker, 250 Milliliter Sahne und 250 Milliliter Korn mit 32 Prozent ergeben gut 10 Prozent, zu wenig. Mit 8 Eigelb, 300 Gramm Zucker, 250 Milliliter Sahne und 400 Millilitern Weinbrand mit 40 Prozent kommst du auf etwa 16 Prozent. Der Alkoholgehalt gehört aufs Etikett.
Alkohol an Minderjährige ist auch als Geschenk tabu. In Deutschland gibt es Wein und Glühwein ab 16, Eierlikör, Rumtopf und alles mit Schnaps erst ab 18, auch wenn die Eltern daneben sitzen. In Österreich gilt dasselbe: unter 16 kein Alkohol, Schnaps und Likör erst ab 18. In der Schweiz gilt 16 für Wein und Bier und 18 für Spirituosen, im Tessin 18 für alles. Am Familientisch bekommt der Teenager deshalb das Säckchen Glühweingewürz.
Das ist ein Überblick, keine Rechtsberatung. In Österreich gelten für die Etiketten dieselben EU-Regeln, in der Schweiz ähnliche. Bei Fragen hilft deine Lebensmittelüberwachung, in der Schweiz das kantonale Lebensmittelinspektorat.

Firmen, die bei dir die Weihnachtsfeier buchen
Die Abteilung, die bei dir feiert, und das Büro, das jeden Dienstag zum Mittagstisch kommt, bringen dir oft mehr Umsatz als jeder einzelne Stammgast. Entschieden hat meist eine Person: die Assistenz, die Teamleiterin oder der Betriebsrat. Bedank dich bei ihr und beim ganzen Team.
- Am Ende der Feier, wenn die Rechnung kommt, gibst du der Person, die gebucht hat, einen Umschlag mit einem Gutschein fürs Team im Januar. Ein Gutschein für einen Tag in der Woche, etwa „Mittagstisch für vier, dienstags bis donnerstags“, füllt genau die Tage, die du füllen willst.
- Für sie persönlich ein Glas aus der Küche, kein teurer Wein. Viele Firmen haben Regeln, was ihre Leute annehmen dürfen, und ein Glas Chutney bringt niemanden in Verlegenheit.
- Frag beim Abschied, ob du für nächstes Jahr schon einen Termin vormerken sollst. Kommt das Team im Januar zum Mittagessen, fragst du dort noch einmal.
Was auf die Karte kommt
Schreib so, wie du am Tisch redest, kurz und mit einem Satz, der nur für diesen Gast stimmt: sein Gericht, sein Platz, sein Wochentag. Dein Reservierungsbuch weiß mehr über deine Stammgäste, als du denkst.
- „Lieber Herr Albers, jeden Freitag Tisch 4 und jedes Mal das Schnitzel. Danke für ein ganzes Jahr Freitage! Ihre Familie Demir“
- Für den Stammtisch: „Seit elf Jahren donnerstags am runden Tisch. Diese Flasche ist für den nächsten Donnerstag, der Wirt trinkt einen mit.“
- Zum Glühweingewürz: „Auf eine Flasche Rotwein, 20 Minuten ziehen lassen, nicht kochen. Frohe Weihnachten von uns aus der Küche!“
- An die Firma: „Danke, dass Ihr Team schon zum dritten Mal bei uns gefeiert hat. Im Januar sind wir mittags ruhig, dieser Gutschein lädt vier von Ihnen ein.“
- An den Lieferanten: „Ohne Ihre Kartoffeln kein Kartoffelsalat. Danke für ein Jahr pünktliche Lieferungen, auch im Schnee!“
Dein Fahrplan bis zu den Betriebsferien
Anfang November: Liste aus dem Reservierungsbuch
Wer kommt jede Woche, wer hat Tisch und Gericht, welche Firmen haben gefeiert oder feiern dieses Jahr bei dir? Schreib dazu, wer was bekommt. Eierlikör bekommt nur, wer sicher volljährig ist.
Mitte November: Gläser, Flaschen, Etiketten
Gläser und Bügelflaschen bestellen, Etiketten und Gutscheine drucken. Glühweingewürz und Hausgewürz können jetzt schon abgefüllt werden, sie halten lange.
Ende November: Chutney und Eierlikör
An einem ruhigen Vormittag vor dem Mittagsservice kochen und abfüllen, Rezept vorher durchrechnen, Etikett gleich aufkleben. So steht alles bereit, bevor die Weihnachtsfeiern losgehen.
Im Dezember: am Tisch übergeben
Das Glas für Stammgäste kommt mit dem Dessert oder dem Espresso an den Tisch, nicht zwischen Rechnung und Kartenlesegerät. Die Tütchen für alle legt der Service zur Rechnung, den Umschlag für die Firma bekommt am Ende der Feier die Person, die gebucht hat.
Letzter Abend vor den Betriebsferien: Stammtisch
Die Flasche für den Stammtisch stellst du am letzten Abend vor der Pause auf den Tisch. Dazu sagst du, wann du wieder aufmachst.

Was du besser lässt
- Eierlikör, Rumtopf oder Glühwein für den ganzen Tisch, wenn Jugendliche dabeisitzen. Das Säckchen Gewürz ist für alle da, der Alkohol nur für die, bei denen du sicher bist.
- Gläser ohne Etikett. Der Stammgast mit der Nussallergie fragt nicht nach, er isst. Und ein Chutney ohne Datum steht im März noch im Schrank.
- Gutscheine, die im Dezember gelten. Dann sitzen Gutscheingäste an Tischen, die du an zahlende Weihnachtsfeiern hättest geben können. Schreib ein Datum ab Januar darauf.
- Rabattgutscheine wie „10 Prozent auf die nächste Rechnung“. Das wirkt knauserig. Ein Gericht oder ein Getränk aufs Haus wirkt großzügiger und kostet dich oft weniger.
- Die teure Flasche für die Assistenz, die die Feier gebucht hat. Über 50 Euro verlierst du den Steuerabzug, und viele Firmen verbieten ihren Leuten, so etwas anzunehmen.
- Werbeartikel aus dem Katalog, die nichts mit deiner Küche zu tun haben. Ein Feuerzeug mit Logo erinnert an dich, ein Glas Chutney erinnert an dein Essen.
Steuer in Kürze
- Bis 50 Euro pro Empfänger und Jahr kannst du ein Geschenk absetzen. Bei Selbstgemachtem zählen deine Kosten für Zutaten, Glas und Etikett, nicht der Preis, den das Glas im Laden hätte.
- Kleinigkeiten bis 10 Euro, die viele bekommen, wie die Plätzchentüte zur Rechnung, brauchen keine Namensliste. Für Geschenke an Stammgäste, Stammtische und Firmen notierst du Name, Datum, Geschenk und Kosten.
- Ein Gutschein für dein eigenes Haus ist auch ein Geschenk. Mit welchem Wert er auf die Liste kommt und wie deine Kasse ihn beim Einlösen bucht, klärst du vorher mit deiner Steuerberatung.
- Firmen sind Geschäftskunden, für sie kann dein Geschenk eine Einnahme sein. Du darfst die Steuer dafür pauschal übernehmen, 30 Prozent vom Wert, und sagst den Beschenkten Bescheid. Ob sich das lohnt, klärt deine Steuerberatung.
In Österreich sind Geschenke an Kunden meist nicht absetzbar, kleine Werbegeschenke mit Logo und Warenproben eher. In der Schweiz gibt es keine feste Grenze, dort fragst du deine Treuhand.
Alle Regeln zu Kundengeschenken, auch für Österreich und die Schweiz
Das ist ein Überblick und keine Steuerberatung. Was in deinem Fall gilt, weiß deine Steuerberatung.
Häufige Fragen
Was schenkt ein Restaurant seinen Stammgästen zu Weihnachten?
Am besten etwas aus der eigenen Küche: ein Glas Chutney, Glühweingewürz, das Hausgewürz oder Eierlikör für Erwachsene, dazu eine Karte mit einem Satz, der nur für diesen Gast stimmt. Das kostet 2 bis 5 Euro Material und kommt mit dem Dessert an den Tisch.
Welche Werbegeschenke passen zur Gastronomie?
Dinge, die nach deinem Essen schmecken: Gewürzmischungen, Chutney, Plätzchen, eine Rezeptkarte für das beliebteste Gericht oder ein Gutschein für die ruhigen Wochen im Januar. Werbeartikel aus dem Katalog wie Feuerzeuge oder Kugelschreiber erinnern an dein Logo, nicht an deine Küche.
Muss auf selbstgemachte Geschenke ein Etikett mit Allergenen?
Ja, die Allergene musst du auch beim Verschenken angeben, denn du gibst als Betrieb Lebensmittel ab. Am einfachsten ist ein Etikett mit Zutaten, hervorgehobenen Allergenen, Herstellungs- und Haltbarkeitsdatum, Lagerhinweis und deiner Adresse.
Darf ich selbstgemachten Eierlikör an Gäste verschenken?
Ja, an Erwachsene. „Eierlikör“ darf er nur heißen, wenn er mindestens 14 Prozent Alkohol, 140 Gramm Eigelb und 150 Gramm Zucker pro Liter hat. Rechne das aus deinem Rezept aus und schreib den Alkoholgehalt aufs Etikett. An unter 18-Jährige gibst du ihn nicht ab, auch nicht im Beisein der Eltern.
Was schenke ich einer Firma, die bei mir die Weihnachtsfeier gebucht hat?
Einen Gutschein fürs Team, einzulösen im Januar, etwa einen Mittagstisch für vier unter der Woche. Die Person, die gebucht hat, bekommt dazu ein Glas aus der Küche. Bleib unter 50 Euro pro Empfänger und Jahr, dann kannst du es absetzen. Empfänger des Gutscheins ist die Firma, das Glas bekommt die Person, die gebucht hat.
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